VN 900
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Kawasaki VN 900 Custom (Vulcan 900 Custom)

Großer, kleiner Cruiser...

 

Die Deutschlandzentrale von Kawasaki befindet sich in der Nähe von Bad Homburg, also dort, wo die Hochtaunusstraße beginnt.

 

Als ich dort ankam, wunderte sich der Chefmechaniker, dass ich sie nicht mit dem Hänger nach Köln fahren wollte, sondern auf eigener Achse zurückbewegen würde. "Das ist doch kein Hänger-Rad, sondern ein Motorrad, sowas muß und will gefahren werden, erst recht in dieser Gegend" erwiderte ich ihm. Er fand es gut und wunderte sich nur, weil Redakteure oft dazu zu bequem seien...

Der erste Eindruck: Unglaublich !

Erstaunliches vorweg: Sie sieht in natura wesentlich imposanter aus als sie auf allen möglichen Photos rüberkommt. Sie bringt fahrfertig 280 kg auf die Waage und ist damit ein Leichtgewicht (wenn man ansonsten 350 kg bewegt). Das macht sich natürlich beim Rangieren sofort bemerkbar; ich hatte das Gefühl als würde ich ne' 125er schieben.

 

Die Sitzhöhe von knapp 68 cm paßt perfekt zu den weit nach vorn verlegten Fußrasten, selbst ich mit einer Größe von 183 cm habe mit der niedrigen Sitzhöhe kein Problem. Noch ein bisschen niedriger, dann würde man allerdings Gefahr laufen, dass man von Knirpsen gegrüßt wird, die einem mit nem' Dreirad auf'm Gehweg entgegen kommen...;-)

 

Sehr schön ist natürlich der schlichte T-Bar-Lenker. Für sowas muss man bei anderen schon gleich seinen Blick von der Serienbeschreibung in die aufpreispflichtige Zubehörliste schweifen lassen.

 

Die VN 900 Custom verzichtet auf überflüssigen Schnickschnack. Auf dem Tank befindet sich ein analoger Tacho mit Tankanzeige sowie den unbedingt notwendigen Anzeigeleuchten. Das war's und das ist gut so.

 

In den schöngeformten Tank gehen 20 Liter Sprit rein, das dürfte für ne' längere Etappe reichen - zum Vergleich: Eine Sportster hat Platz für 12,5 Liter.

 

Optisch gewöhnungsbedürftig war für mich anfangs lediglich der 80er-Vorderreifen, dafür wird der aber von einem 21-Zoll-Gußspeichenrad gehalten, das macht was her - genauso übrigens wie der Hintern - ähm, das Heck...

 

Tipp: In den Vollbildmodus schalten (unten, 2. Button von rechts):

Ein gutes Zeichen ist es bei uns stets, wenn bei solchen Transferfahrten von der Niederlassung zu uns nach Köln die Rückfahrt länger wird als die Hinfahrt. Dieses Mal betrug die Hinfahrt 180 Kilometer und aus der Rückfahrt wurden satte 390 Kilometer - ich "mußte" doch tatsächlich die Hochtaunusstraße gleich zweimal rauf und runter fahren, das war Fahrspaß pur !

 

Die letzten fünfzig Kilometer auf dem Weg nach Köln habe ich sie dann da bewegt, wo sie meiner Meinung nach nicht hingehört (wo eigentlich kaum ein Mopped hingehört): auf der Dosenbahn. Bis 120 km/h ist das jedenfalls noch einigermaßen relaxt machbar, ab da wurde es mir jedoch zu anstrengend, dauerhaft dem Wind zu trotzen. Abgesehen davon schlagen bei dem Tempo die Insekten mit so einer Wucht im Gesicht ein, als wäre man mit 'ner Zwille beschossen worden; muß ich nich' haben. Eine Scheibe dran zu montieren, käme mir bei der VN 900 Custom allerdings nicht in den Sinn, es würde die gesamte Ästhetik des Moppeds zunichte machen - da würde ich eher auf die Dosenbahn verzichten.

 

Um mal kurz auf schnellstem Wege von A nach B zu düsen, ist sie aber auch gut gerüstet. Trotz ihrer vermeintlich "geringen" Leistung von 48 PS geht sie ab wie "Schmitz' Katze", die Gasannahme ist direkt und zackig, egal aus welchem Drehzahlbereich heraus man loslegt.

 

Naja, jetzt ist sie erstmal hier in Köln und wird in den kommenden Tagen in der Eifel und in den Ardennen unsere Lieblingsstrecken erkunden. Wie sie sich da schlägt, werden wir natürlich auch berichten...

Kawasaki VN 900 Custom @ reisecruiser.de VN = Very Nice
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