Royal Enfield Classic 500 EFI @ reisecruiser.de
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Royal Enfield Classic 500 - Testbericht

Tea time with a legend - the King is amused...

A legend lives: Royal Enfield Classic 500 EFI A legend lives: Royal Enfield Classic 500 EFI

Mit der kleinen MASH Two Fifty begann ja der Reigen der kleineren Moppeds bei uns. Die Royal Enfield setzt diese Reihe nun fort. Während die MASH ein eher modernes Mopped in Retro Design sein möchte, ist es bei der indischen Enfield komplett anders herum: Die Enfield ist ein klassisches Mopped mit moderner Technik.

 

Heute waren wir bei der Firma EIFELTEC in Blankenheim (Eifel) zu Gast. Bei Eifeltec erwarteten uns gleich mehrere Überaschungen:

  • Tea gabs zum Glück nicht, aber der "Royal Enfield"-Kaffee is' jut
  • Eifeltec ist Deutschlands heimliche Ausgabe des Ace Cafe London...
  • Eifeltec bietet auch Ural-Gespanne und brutale ATV an...

Der Reihe nach:

Sobald man sich im Office bei den überaus sympathischen Inhabern, Fritz und Andrea Wetzlar, angemeldet und den leicht skeptisch guckenden Wachhund Yoda erfolgreich passiert hat, betritt man den riesigen Showroom - und diesen Gesamteindruck muss man erstmal auf sich wirken lassen. 

 

Neben einer Vielzahl von gekonnt in Szene gesetzten Enfieldmodellen wird die Raum- nee, besser gesagt die Hallengestaltung vom Ace Cafe in London geprägt. Fritz erklärt auch schnell, warum das so ist: Er ist mit Mark Wilsmore vom Ace Cafe befreundet.

 

Bei Eifeltec fühlt man sich auf Anhieb wohl, auch wenn man noch nie eine Enfield gefahren ist. Mitten in der Halle befindet sich der Ace Cafe Tresen und verteilt im gesamten Showroom lädt immer mal wieder ne' kleine Sitzgruppe zum Ausruhen, Kaffeetrinken und Benzinquatschen ein:

Jedenfalls kann man sich da schnell festquatschen. Hinzu kommt noch, dass Fritz ein wandelndes Enfield und Ace Cafe Lexikon ist und jede Menge alte Stories zum Besten geben kann.

 

Ausgerechnet am Tag unseres Besuches war es zum erstenmal arschkalt in diesem Jahr und irgendwie konnte ich mich nicht so richtig zur Testfahrt mit der Enfield aufraffen - aber dafür waren wir ja schließlich da. Offengestanden dachte ich schon etwas in die Richtung: Naja, is' ja'n kleines Mopped wie die MASH auch, watt' soll da schon groß kommen...und wollte kältebedingt eigentlich nur ne' Pflichtrunde um den Block fahren.

The King is very amused...

Royal Enfield Classic 500 @ reisecruiser.de Royal Enfield Classic 500 @ reisecruiser.de

Schon der Startvorgang ist ein Erlebnis für sich: Man kann den Eintopf "ankicken" (einen E-Starter gibt's obendrein). Nach einem kräftigen Tritt erwacht der 500ccm Einzylinder stilecht zum Leben. Das erste Tuckern ist langsamer als der menschliche Herzschlag, aber nach ein-, zweimal Gasgeben ist lässiges Cruisen mit tollem Sound angesagt.

 

Während bei der MASH beim Anfahren erstmal gefühlt gar nix passierte, rutschte mir bei der Enfield ein wahrlich unkönigliches "what the fuck is das denn?" raus - das Teil geht sofort ab, als hätte man ner' Katze einen Chinaböller an den Schwanz gebunden.

 

Fritz erklärte mir dann hinterher den Grund dafür: Die Enfield Classic 500 wird von einem sog. Langhubmotor angetrieben und der sorgt für ein starkes Drehmoment im unteren bzw. schon im untersten Bereich. Der Preis dafür: Im oberen Drehzahlbereich ist es dafür ein wenig mau. Aber mal ehrlich: Wer kauft sich denn ne' Royal Enfield, um damit im oberen Bereich zu fahren? Lässiges Entschleunigen ist angesagt, not more.

Eine Enfield liebt man oder haßt man...

Ich bin die Classic 500 dann nicht nur "rund um den Block", sondern ein paar Stunden durch die Eifel gefahren. Das ist ganz gewiß zu wenig für einen ausführlichen Test - aber offengestanden, ich hab' mir den Hintern abgefroren. Wir haben aber schon jetzt mit Fritz vereinbart, dass wir die Classic und die Continental mal für längere Zeit bekommen können, sobald es wieder erträglicher wird - Fortsetzung bzw. zweiter Anlauf folgt also...

 

Was ich aber schon jetzt sagen kann: Die Royal Enfield Classic 500 macht unglaublich viel Spaß. Im Vergleich zu unserem Reisepanzer ist die Enfield ein Fliegengewicht: Ganze 190 kg bringt sie fahrfertig auf die Waage. Mit "irgendwas um die 28 PS am Hinterrad" ist sie ausreichend motorisiert, um in der Stadt ein Fahrstreifenhopping im Berufsverkehr zu machen oder nach Feierabend mal relaxt zum Rhein oder zur Eisdiele zu cruisen.

 

Sie ist ein echter Hingucker und katapultiert einen zurück in die eigene Jugend. Als ich durchs Ahrtal cruiste, bekam ich mehrere "Likes" von Passanten - also hochgereckte Daumen. Die Enfield erfreut nicht nur den Besitzer, sondern auch die Umwelt. Apropos Umwelt: Sie hat nicht den 08/15-Sound moderner Moppeds, die serienmäßig allesamt wie'n Rasierer surren, sondern einen eigenen, der authentisch ist und Anwohnern auch nicht auf die Nerven geht.

 

Last, but not least, gefällt mir, dass die Enfield keine modernen Technikspielereien verbaut hat. Es gibt die notwendigen Anzeigen und das war's. Schon ein Drehzahlmesser ist Fehlanzeige - den brauche ich zum Cruisen eh' nicht. Immer schön nach dem Motto: Was nicht dran ist, kann auch nicht kaputtgehen.

 

Trotz der Kälte attestierte mir Fritz bei der Rückkehr: "Aha, das legendäre Enfieldgrinsen haste ja schon im Gesicht". Der Enfieldpapst sagt ganz klar und deutlich: "Eine Enfield liebt man oder haßt man, dazwischen gibt es nix". Recht hat er. Die Classic 500 erhebt zum Glück keinesfalls den Anspruch, ein Mopped für jeden zu sein. Sie ist ein echtes Original neben all' den neumodischen Retrokopien, die seit ein paar Jahren den Markt überschwemmen.

 

Sie kommt übrigens serienmäßig mit einem Solositz daher - als Extra gibt es aber einen schnell montierbaren Soziussitz. Da grinste dann auch Helene...

 

Wir sind ja moppedmäßig irgendwie in einer Art Schwebezustand: Entweder die Royal Star verkaufen und ne' Guzzi Eldorado kommt ins Haus oder, jetzt brandaktuell: Die Royal Star behalten und irgendwas Kleines kommt noch dazu.

 

Fritz ist ein mit allen Wassern gewaschener Verkäufer: Als er das Grinsen bei uns beiden mitbekommen hat, verschwand er plötzlich und ließ uns allein zurück. Kein Verkäufergequatsche, kein weiteres Präsentieren, nee, er war weg und wir beide konnten uns in Ruhe unterhalten. Kurzes Überschlagen unserer Möglichkeiten und dann war Fritz plötzlich wieder da und bei nem' weiteren Enfield-Kaffee forderten wir ihn auf, uns ein Angebot zu machen, was wir nicht ablehnen können...mal sehen, watt' da kütt'...;-)

Technische Daten Royal Enfield Classic 500 EFI

Motor: 499 ccm 1 Zylinder 4-Takt luftgekühlt

Drehmoment: 41,3 Nm / 4.000 U/Min.
Kompression: 8,5 : 1
Bohrung x Hub: 84 mm x 90 mm
Zündung: KEIHIN Motormanagement
Gemischaufbereitung: elektronische Einspritzung von KEIHIN
Elektrik: 12 Volt
Leistung: 20,3 KW / 28 PS / 5.250 U/Min.
Höchstgeschwindigkeit: 129 Km/h
Tankinhalt: 14,5 Liter
Verbrauch: ca. 3,5 l Super / 100 km 
Kupplung: moderne 7-Scheiben Ölbadkupplung
Getriebe: 5-Gang Linksschaltung
Antrieb: O-Ring Kette
Starter: Kickstarter & Elektrostarter von DENSO
Bremsen: vorne Scheibe / hinten Trommel
Reifen vorne: 90/90 - 19" 52V AVON
Reifen hinten: 110/80 - 18" 58V AVON
Fahrwerk vorne: hydr. Teleskopgabel 150mm
Fahrwerk hinten: Stahlschwinge mit Gas-Federbeinen
Maße: L x B x H 2160 x 800 x 1050 mm
Radstand: 1370 mm
Sitzhöhe: 800 mm
Bodenfreiheit: 140 mm
Leergewicht: 187 kg
zul. Gesamtgewicht: 365 kg
Gewährleistung: 2 Jahre
Farben silver, tan ,black, lagunenblau

 

Preise: ca. 5.800 Euro

Ace Cafe, Ural und ATV

Es liegt auf der Hand: Wer mit Mark Wilsmore befreundet ist, der hat auch ne' Lizenz, um original Ace Cafe Sachen verkaufen zu können. Das konnte ich mir natürlich nicht entgehen lassen und habe ne' Original-Mütze und ne' Wallet abgestaubt:

Ace Cafe @ reisecruiser.de Ace Cafe @ reisecruiser.de

Das komplette Angebot ist in Kürze auch online über die Homepage bestellbar. Wie oben schon erwähnt, ist Fritz nicht nur Händler für Royal Enfield, sondern auch noch für URAL-Gespanne. Auch da hat er den vollen Durchblick - u.a. hat er diverse knallharte Sahara-Rallies organisiert und mitgemacht. Ganze Ordner voller Zeitungs- und Magazinberichte belegen das. Aber das Thema URAL wollen wir hier nicht vertiefen, es sei nur der Ordnung halber mal erwähnt. 

We will be back...

Wir kommen auf jeden Fall zurück - egal, ob wir eine Enfield kaufen oder nicht. Bei schönem Wetter, so Fritz, hat sich das "geheime Ace Cafe" samstags schon längst zum Treffpunkt für Moppedfahrer entwickelt. Leckeren Kaffee gibts immer und zum Gucken mehr als reichlich.

 

Fortsetzung folgt - entweder mit einem Kauf oder einem weiteren ausführlichen Test, dann nochmal mit der Royal Enfield Classic 500 und der Continental GT 535.

Royal Enfield Continental GT 535 @ reisecruiser.de Royal Enfield Continental GT 535 @ reisecruiser.de

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