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Storm 3D & Cobra auf Triumph Thunderbird (Testbericht aus 2014)

Andreas hat mit seiner Triumph Thunderbird aktuell Erfahrungen mit der Kombination Cobra / Storm 3D gemacht, hier folgt sein Bericht:

 

Brit-Style: Erfahrungsbericht AVON Cobra und Avon Storm auf der Triumph Thunderbird 1600

AVON Cobra & Storm 3D auf Triumph Thunderbird AVON Cobra & Storm 3D auf Triumph Thunderbird

Es gibt Teile an Deinem Motorrad, die müssen einfach funktionieren. Dazu gehören Bremse und ganz besonders die Reifen.

 

Während man jedoch bereit ist, für hier noch ein bisschen Chrom oder Carbon und dort eine Lackierung, für die coolsten Klamotten oder das beste Koffersystem ohne groß nachzudenken die Kohle nur so rauszuhauen, werden diese Komponenten eher als lästiger Kostenfaktor angesehen. 

 

Höchstens die Customszene macht sich Gedanken über „abgefahrene" Reifendesigns. Wir wollten daher wissen, wie sich die etwas günstigeren Reifen von der Insel auf einer kleineren Tour durch die kurvenreiche Normandie machen.

 

Rechtzeitig vor unserer Tour wurde von AVON ein Reifensatz gemäß der aktuellen Freigabe geliefert:

 

• Vorne: Avon Cobra 120/70 auf 19 Zoll
• Hinten: Avon Storm 3D X-M 200/50 auf 17 Zoll

AVON Cobra auf Triumph Thunderbird AVON Cobra auf Triumph Thunderbird

Zur ersten Verwirrung führen die unterschiedlichen Modell-Namen. Während mit dem Cobra der „klassische" Avon-Cruiserreifen ins Rennen geschickt wird, stellt Avon mit dem Storm 3D X-M für hinten seinen Sporttourer-Pneu bereit.

 

Dies ist wahrscheinlich dem 19-Zoll-Format geschuldet. Soviel schon mal vorneweg: Außer den reinen Ästheten, der sich vielleicht an dem leicht unterschiedlichen Profilbild stören könnte, sind für mich aus der Kombination keine wesentlichen Nachteile erfahrbar gewesen.

 

Bevor es auf die Tour ging, mussten jedoch die Reifen auf die Felge. Da es bei der Triumph auf eine perfekte Spannung des Antriebriemens ankommt, führt mich der Weg direkt zum Triumphhändler meines Vertrauens und dieser hat, entgegen der allgemeinen Geschäftspolitik, die mitgebrachten Reifen aufgezogen, gewuchtet und die Fuhre im Rahmen dieses Berichts eingestellt. Vielen Dank hierfür!

 

Nachdem die neuen Reifen erstaunlich schnell angefahren waren (keine 30 km, und die Schutzschicht war runter), konnte es nun auf die Tour gehen. Besonders gespannt war ich auf das Nassfahr-Verhalten. Hier sagen verschiedene Internetquellen von „kein Problem" bis zu „katastrophal" alles voraus. Für mich galt hier erstmal die Erfahrung von Ralf auf einer K 1200 RS, wo es keine Probleme gab, und meine Erwartung an einen englischen Reifen-Hersteller, dass er die Wetterbedingungen auf der Insel nicht völlig ignorieren kann, als Vertrauens-Vorschuß. Dies konnten wir aber erst am Ende der Tour testen.


Bis dahin waren wir nämlich mit schönsten Wetter, Sonnenschein und moderaten Temperaturen bis zu 27 Grad Celsius gesegnet. Beide Reifen kommen bei solchen Bedingungen recht schnell auf Betriebstemperatur. Jedoch merkt man dem Hinterreifen seine moderneres Konzept mit hohem Silicia-Anteil und spezieller „Aufwärmtechnik" (dafür steht das „3D") sofort an. Er ist noch schneller voll da, verzahnt hervorragend mit der trockenen Straße und erlaubt auch starkes Beschleunigen aus der Kurve, ohne seine Spur zu verlassen. Dabei entwickelt er nicht mal diese kleinen „Brösel", wie ich sie vom Vorgängerreifen kenne.


Wie gesagt, der Vorderreifen ist nicht ganz so schnell da, bleibt aber absolut im Rahmen und zeigt dann auch keine Tendenzen zum radieren oder Spurverlust. Apropos Spur: Insgesamt wirkt der „britische Eisenhaufen", wie Ralf die T-Bird manchmal nennt, mit den Reifen sehr „leichtfüßig", lässt sich neutral ohne Kraftaufwand in die Kurve legen, folgt dem Kurs, stelle sich beim Bremsen nicht auf und lässt sich jederzeit mit kleinen Impulsen auch in Schräglage steuern. 

AVON Storm 3D AVON Storm 3D

Das Bremsverhalten ist absolut ok. Da die T-Bird mit ABS ausgestattet ist und mir ein französischer Autofahrer die Gelegenheit gab, auch mal in den Regelbereich hineinbremsen zu müssen, wurde meine Befürchtung, die unterschiedlichen Reifen würden unter ABS (was ja bekantlich die Umdrehungen des Vorder- und Hinterrads permanent abgleicht) zu Kapriolen führen, nicht bestätigt. Auch hier gab es keine Auffälligkeiten.

 

Nun zum Nässe-Verhalten. Dies zu testen hatte ich ausgiebig Gelegenheit auf dem Heimweg. Von Dauernieselregen bis Wolkenbruch war alles dabei. Weder beim Vorder- noch beim Hinterrad konnte dabei bis Tempo 130 eine Neigung zu Aquaplaning erkannt werden (Was auch katastrophal für einen Motorradreifen wäre(!)). Schneller waren wir nicht unterwegs an den Tagen.

 

Bei klatschnasser Straße wird dann der Unterschied im Material der beiden Reifen spürbar, jedoch nie kritisch. Während der hintere Storm 3D X-M mir das Gefühl gibt, das wäre kein Regenwasser sondern Kleber zwischen Reifen und Asphalt, geht dem Cobra spürbar früher der Grip flöten, jedoch kündigt er dies langsam an und mit etwas weniger Gas kann man sofort gegenwirken. Gefühlt reiht sich der Storm ganz weit vorne bei modernen Multi-Komponenten-Reifen ein, der Cobra ist bei Nässe ein befriedigender Reifen.

 

Während ich diesen Bericht schreibe, hat die Reifenkombination ca 2500 km runter. Ohne das Profil exakt zu messen (immerhin ist dies ein Erfahrungsbericht und keine wissenschaftliche Studie) erscheint mir der Verschleiß deutlich geringer als bei anderen Fabrikaten. Besonders erstaunlich dabei finde ich, dass besonders der Hinterreifen mit seinem anderen Material-Mix sehr synchron zum Vorder-Pneu verschleißt.

 

Ich werde die Kombination auf jeden Fall zu Ende fahren. Insbesondere der „Storm" ist meines Erachtens ein Pneu, der sich mit dem, was in den bekannten Tests der einschlägigen Presse vorne platziert wird, jederzeit messen kann. Und ja, die entsprechende Erfahrung im Vergleich liegt dem Schreiberling dieses Berichts vor.

 

Wenn ich mir was wünschen dürfte: „Liebes Team von Avon, baut mir den Storm 3D X-M auch für mein 19er Vorderrad. Dann wären ich und meine T-Bird euch für ewig treu!"

Bezugsquelle:

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