Weihnachtsmarkt Valkenburg | reisecruiser.de
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F 104 und ein unterirdischer Weihnachtsmarkt

Eine Motorradtour ins niederländische Valkenburg

Eine Weihnachtsmarkt-Tour? Was hat Weihnachten mit Motorradfahren zu tun?

 

Naja, immerhin gab es ja sogar in Norddeutschland, in Neumünster, alljährlich den legendären Motorrad-Weihnachtsmarkt.  

 

Das ist für eine Tagestour allerdings ein bisschen weit weg von Köln und die Straßen dahin sind uns "zu geradeaus". 

 

Andererseits kann ich der Flut von normalen Kölner Weihnachtsmärkten - inzwischen sind es jedes Jahr weit mehr als fünfzehn hier in der Stadt, Tendenz steigend - auch nichts mehr abgewinnen. Überwiegend wird nur noch asiatischer Billig-Ramsch zu teuren Preisen angeboten, angereichert noch durch alle möglichen Freß- und Saufbuden. Jeder Stadtteil hat hier seinen Markt, in der Innenstadt gibt's dazu noch gleich vier weitere, einen Weihnachtsmarkt auf einem Schiff und, ganz neu: einen "maritimen Weihnachtsmarkt" am Schokoladenmuseum...

 

Da Helene aber jedes Jahr darauf besteht, Weihnachtsmärkte zu besuchen, haben wir uns vor ein paar Jahren halt mal etwas außerhalb umgesehen und außergewöhnliche Weihnachtsmärkte gesucht - und mit dem unterirdischen Weihnachtsmarkt in Valkenburg auch einen tollen Markt gefunden. Naja, und die Anfahrt durch die Nordeifel bzw. Rureifel macht selbstverständlich mit dem Motorrad großen Spaß, somit kann man beides kombinieren und der Familienfrieden bleibt erhalten ;-)

 

Auch jetzt, Mitte bzw. Ende November, waren die Wetterbedingungen super; wir hatten noch Sonnenschein und durchaus akzeptable Temperaturen. 

 

Die Wartezeit am Treffpunkt wurde durch eine nette Begegnung verkürzt: Jürgen Rüttgers kam zum Tanken. Vor einiger Zeit war er noch Ministerpräsident des Landes NRW - und damals hatte er sicher noch seine Leute dafür, aber heute tankte er selbst. Er nahm sich sogar die Zeit für ein kleines Schwätzchen, was die Wartezeit verkürzte.

 

Mit Yvonne und Thorsten aus Kürten, die inzwischen auf ihrer feinen Kawasaki VN 1700 Voyager eingetroffen waren, machten wir uns dann gen Westen auf. Die Sonne schien zwar überwiegend, aber es war auch noch bewölkt und stellenweise doch etwas kühl. Aus diesem Grunde hatten wir die circa 150 Kilometer lange Tour in drei Etappen aufgeteilt.

 

Klar, man kann das niederländische Valkenburg von Köln aus auch in knapp neunzig Kilometern bzw. in einer guten Stunde erreichen, dann muß man aber über die langweiligen Autobahnen fahren. Für uns stand der Tag aber unter dem Motto: Der (Um-)Weg ist das Ziel und so alle fünfzig Kilometer sollte es eine kurze Kaffeepause geben. Autobahnfrei wollten wir über Landstraßen nach Nörvenich bis zur Kneipe "F 104" fahren, anschließend bis zum Bikertreff "Green Mile" in Nideggen und von da aus "über die Dörfer" nach Valkenburg zum unterirdischen Weihnachtsmarkt.

 

Besuch beim Pitter, dem kölschen Urgestein in Nörvenich...

In Nörvenich, direkt in der Nähe der Landebahn der heutigen Eurofighter (früher landeten dort die F 104-Starfighter) befindet sich die Kneipe, das Restaurant oder Café "F104" von Hans-Peter "Pitter" Esser - einem kölschen Urgestein, das schon mit Willy Millowitsch auf der Bühne stand.

 

Wir waren früher schon ein paar Mal dort, aber immer draußen auf der Terrasse. Heute gingen wir dann mal rein und waren sprachlos von seinem Sammelsurium an Erinnerungsstücken, die überall in der Kneipe stehen, liegen oder an der Decke hängen. Es sind ungelogen tausende Gegenstände; angefangen von vergilbten Erinnerungsfotos, hunderten signierten Bundeswehrfeldflaschen, Henkelmännern und sogar ein Schleudersitz aus einem Kampfjet, der im Gerümpel vor den Toiletten sein Dasein fristet.

 

Nachdem sich Pitter ein paar Mal die Augen gerieben hatte ("...die letzten sind erst heute früh um vier Uhr nach Hause gegangen...") schlurfte er mit einer Kanne Kaffee zu uns an den Tisch und schnell erzählte er von anno dunnemals. Einem Verzällcher (für die Nichtkölner: einer Anekdote) folgte die nächste und so wurde aus dem geplanten Kaffee-Stop schnell mehr als eine Stunde Aufenthalt.

 

Mit gehöriger Verspätung cruisten wir endlich weiter in Richtung Nideggen. Der Besuch im "Green Mile" fiel der Verspätung zum Opfer, so dass wir dort lediglich vorbeifuhren, um dann unterhalb der imposanten Burg Nideggen die Rureifel mit ihren tollen Kurvenpassagen zu erreichen. Via Simmerath und Monschau fuhren wir dann nach Holland - bzw. political correct: in die Niederlande.

 

Man mag es kaum glauben, aber auch die Gegend südlich von Aachen bietet schon nette Kurvenstrecken und dank der Ausläufer der Eifel auch den einen oder anderen Hügel. Kurz hinter Aachen erreichten wir dann Vaals und ab da ging es noch ein paar Kilometer schnur geradeaus, bis wir in Valkenburg ankamen.

 

Das gesamte mittelalterliche Zentrum der Stadt, unterhalb der Burg, war weihnachtlich und disneymäßig geschmückt und beleuchtet. Man kann es lieben oder kitschig finden, beeindruckend ist es auf jeden Fall - und für Goldwing-Fahrer eine wahre Pracht...:-)

 

Zurück ging's dann zielstrebig und im Dunkeln über die Autobahn nach Köln. Knapp zweihundertfünfzig Kilometer haben wir an diesem Sonntag abgespult; bei dem Wetter war das ein absolutes Fahrvergnügen.

Tipp: In den Vollbild-Modus schalten...

Reisecruiser's Fazit:

Der Weihnachtsmarkt in der Fluweelengrotte ist immer einen Besuch wert, egal ob mit dem Motorrad oder mit dem Auto. Gegenüber den stets überlaufenen Märkten in deutschen Großstädten hat der unterirdische Markt in der Grotte den Vorteil, daß immer nur eine bestimmte Besuchermenge eingelassen wird und es deswegen nie überfüllt erscheint.

 

Kein Gedränge, kein Geschiebe und die, die draußen auf Einlaß warten, können sich die Zeit an den Freßbuden oder beim Glühwein (wenns denn mal kühler wird) vertreiben. Der Eintritt kostet für Erwachsene 5 Euro. Absolut empfehlenswert !

 

Auch 2014 geht es wieder hin - Infos findet Ihr auf unserer

 

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