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Etappe 13: Von Bärnau nach Furth im Wald

Ein geheimer Hightech-Drache und wie aus einer Grenzerfahrung eine heiße Grenzerwanderung wurde...

Am frühen Morgen sind wir von Windischeschenbach zurück nach Bärnau gefahren und haben am Grenzlandturm noch mal nach dem Rechten gesehen. Wär' ja ziemlich blöd gewesen, wenn wir die Schlüssel abgegeben und gesagt hätten, dass alles ok war und tatsächlich hätte das heftige Gewitter in der Nacht vielleicht die Kuppel weggeblasen...

 

Alles war aber in Ordnung, der Turm hatte das heftige Gewitter unbeschadet überstanden. Noch schnell die Betten ein bisschen durcheinandergebracht - nein, den Nachttopf haben wir wirklich nicht benutzt - und dann in Bärnau mit einem kleinen schlechten Gewissen die Schlüssel des Grenzlandturms abgegeben.

 

Nach einem kurzen Tankstopp auf der tschechischen Seite machten wir uns gut gelaunt in Richtung unseres nächsten Etappenzieles auf die Socken: Furth im Wald.

 

Nur rund hundert Kilometer war diese Etappe lang und wir waren sicher, ziemlich relaxt und pünktlich anzukommen. Der Nachmittag war komplett ausgefüllt mit Programmpunkten, die die Touristinfo für uns zusammengestellt und vorab schon per eMail geschickt hatte, doch wir dachten uns nichts dabei, denn da stand ja was von Auto und Chauffeur...

Zunächst wurden wir von unserem Chauffeur & Tourguide Uwe Neumann zu unserem Hotel Waldesruh geleitet. Das Hotel befindet sich auf einer Anhöhe in Ränkam, knapp fünf Kilometer ausserhalb von Furth im Wald. Um es vorwegzunehmen: Dieses Hotel ist top-geeignet für Motorradfahrer.

 

Das Hotel von Anita und Reinhold Amberger ist ein absolutes Kleinod. Jedes Zimmer hat unterhalb seine eigene Moppedgarage. Die Küche des Restaurants läßt keine Wünsche offen und der Ausblick vom Biergarten oder den Balkonen der Zimmer ist grandios - alleine für diese letzten Zeilen bekamen wir statt eines Standardzimmers sogar das von Anita Amberger liebevoll gestaltete Drachenzimmer ;-) - nee, war nur Spaß; das Hotel ist wirklich toll und wir empfehlen es aus absoluter Überzeugung.

Nach einem kurzen Gespräch mit der Hotelchefin mahnte uns unser Chauffeur zum Aufbruch, denn sonst wäre der exclusiv für uns ausgetüftelte Further Programmplan à la "Ganz Deutschland für Chinesen in zwei Tagen" arg ins Wanken geraten.

 

Nachdem wir nun schon in einem Drachenzimmer untergebracht waren, hat uns Uwe dann erklärt, was es damit auf sich hat - nicht mit dem Zimmer, sondern mit dem Drachen, versteht sich. Der Drache ist ein seit 500 (!) Jahren nicht wegzudenkender Teil von Furth im Wald und der Höhepunkt des Jahres ist die Aufführung des "Further Drachenstichs".

Nach soviel Hightech kam jetzt die Natur zu ihrem Recht. Wir fuhren zum Further Drachensee, wo uns der Leiter und Schöpfer des Projekts einen informativen Überblick über Bayerns Stauseekonzept gab. Erstmals wurde bzw. wird hier ein sog. Vier-Zonen-Konzept verfolgt: Man kombinierte die Bereiche Ökozone, Naturerlebniszone, Vogel- und sonstige Tierwelt am Drachensee so miteinander, dass ein völlig neuer Lebensraum entstanden ist, der gute Voraussetzungen besitzt, auch bislang bedrohten Tieren und Pflanzen zukünftig eine neue Heimat und Überlebenschance zu bieten - ohne jedoch Einbußen beim Freizeit- und Badespaß eingehen zu müssen. 

Uwe blickte schon wieder nervös auf seine Uhr und den Zeitplan in seinen Händen; wir mußten weiter.

 

Wildgarten, Erlebnispark Flederwisch, Further Felsengänge, Drachenmuseum und unsere Erstbesteigung des Further Stadtturms standen ja noch auf der Agenda. Schön, dass wir die Distanzen zwischen den einzelnen Sehenswürdigkeiten mit dem Auto zurücklegen konnten - bei den sich anschließenden Rundgängen durch die einzelnen Attraktionen hechelte ich Helene und Uwe aber bereits hitzebedingt hoffnungslos hinterher. Als es rauf' auf den Stadtturm gehen sollte,  zog ich auf dem zweiten Treppenabsatz dann die Notbremse; ich konnte nicht mehr. Ich war von so viel Kultur, Natur und abartiger Hitze derart erschlagen, dass nichts mehr ging. Ein Brunnen vor dem Tor war meine Rettung...

Liebe Further nehmt es mir nicht übel, dass ich hier jetzt auch ende. Ein paar weitere Dinge - die anderen schönen Ecken und Winkel Eurer Stadt und natürlich die netten Menschen - sollen Eure künftigen Besucher ja auch noch selber entdecken können. Ihr habt Euch alle sehr viel Mühe gegeben, ganz besonders Uwe Neumann - dafür vielen lieben Dank.

 

Euer Erinnerungsgeschenk, die Flasche hochprozentigen Eschlkamer Blutwurz, haben wir getrunken (und genossen) als wir dieses Kapitel hier schrieben...

 

Die nächste Station auf unserer Reise wäre am nächsten Tag in Cham gewesen. Noch am Abend entschieden wir, für die geringe Entfernung von rund 15 Kilometern nicht extra auszuchecken und ein neues Hotel zu suchen. Also blieben wir noch eine weitere Nacht im Hotel Waldesruh in Ränkam bei Anita und Reinhold Amberger.

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