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Etappe 21: Von Kork nach Neunkirchen

Zweiter Anlauf zur Eroberung der Maginot-Linie, die ehemalige Grenze zu Bayern und die Übernachtung bei der Polizei...

Eigentlich sollte uns die Tour weiter entlang am Rhein in Richtung Karlsruhe führen. Doch da wir bereits tags zuvor von Kappeln aus nordwärts ein stetiges Ansteigen des LKW-Verkehrs bemerkten und immer häufiger durch eintönige Gewerbegebiete fuhren, beschlossen wir, den "Karl ruhen" zu lassen, also Karlsruhe weiträumig zu umfahren und stattdessen noch ein letztes Mal die Vogesen zu genießen.

 

Wir fuhren also von Kork aus in Kehl über die Rheinbrücke nach Strasbourg und hielten uns dann nordwärts, an Haguenau vorbei in Richtung Woerth. Dort bogen wir schließlich nach links ab, um die Ausläufer der Vogesen wieder zu erreichen und sozusagen vom Elsaß nach Lothringen "rüberzumachen".

 

Schon nach leider viel zu kurzer Zeit erreichten wir Bitche im lothringischen Department Moselle. Die Zitadelle von Bitche war schon von weitem zu sehen. In der Gegend um Bitche gibt es auch noch viele Mahnmale der Maginot-Linie. Aus praktischen Erwägungen heraus wählten wir das ehemalige Fort Casso für einen kurzen Stopp aus - es ist unmittelbar mit dem Motorrad zu erreichen, ohne weit zu Fuß gehen zu müssen.

 

Erstaunlich ist, dass die Franzosen ihre Zeitzeugnisse der Weltkriege in einem weitaus besseren Zustand erhalten, als es die Deutschen tun. Klar, sie haben die Kriege gewonnen und sind allein schon deshalb stolz drauf, aber was die Deutschen an den Überresten des Westwalls - z.B. bei Irrel - vorzeigen, ist ziemlich bitter.

 

Unsere Meinung: Wenn man mit diesem Teil der Geschichte nichts mehr zu tun haben möchte, sollte man die Überreste auch endgültig von der Bildfläche verschwinden lassen oder, wenn nicht, sie dann aber in einem gepflegten Zustand erhalten. Nur so bleibt ein ehrwürdiges Gedenken an alle Gefallenen bestehen, egal welcher Nation sie auch waren.

 

Ok, wir waren ja nicht unterwegs, um Kriegsgeschichte fortzuschreiben, sondern um die Landschaften zu genießen. Und die war in diesem Teil von Frankreich wieder mal atemberaubend. Auf dem Weg hoch zur Maginotlinie durften wir ein letztes Mal die Ausläufer der Vogesen unter die Reifen nehmen - Fahrspaß pur. Zwischen Ober- und Niedergailbach lag dann die Grenze. Zeit, Joachim von den Saarbikern anzurufen und unsere "Landung in Zweibrücken" zu avisieren.

 

Gegen 13.00 Uhr kam er mit seiner Bol D'or am vereinbarten Treffpunkt an und wir fuhren gemeinsam unserem heutigen Etappenziel, Neunkirchen im Saarland entgegen. Zuvor überquerten wir noch die historische Grenze zwischen "Morgenland und Abendland" bei Bayerisch Kohlhof - ja, der Ort heißt wirklich so und im 19. Jahrhundert verlief hier tatsächlich die Grenze zwischen Preussen und Bayern.

 

Joachim geleitete uns erst mal zum Gästehaus der International Police Association (IPA), das für die nächsten zwei Tage unser Quartier wurde und wo wir auch den Initiator der Einladung, Klaus Hetti von den Saarbikern, kennenlernten. Nach einem kurzen Smalltalk und dem Abladen des Gepäcks, ging's auf zur nächsten Stadtführung, diesmal durch Neunkirchen.

 

Es war auf der ganzen Reise immer wieder schön, wenn wir von Motorradfahrern eingeladen waren, denn dann bedeutete eine Stadtführung stets eine Motorradfahrt - und nicht teils doch sehr anstrengende Spaziergänge. So war es auch diesmal; Joachim zeigte uns seine Heimatstadt vom Motorrad aus.

 

Das Highlight der Sightseeingtour durch Neunkirchen war zweifelsohne der Hüttenpark. Es handelt sich um das ehemalige Industriegelände des Karl Ferdinand von Stumm, der damit im 19. Jahrhundert das Leben in Neunkirchen prägte. Dem Gelände wurde der Abriß erspart und heute wird es weitgehend für Freizeit- und Kulturaktivitäen genutzt. Sobald es dunkel wird, werden die Industriedenkmäler beleuchtet und ergeben so eine spannende Kulisse.

 

Im Cinetower, ebenfalls am Hüttenpark gelegen, besuchten wir noch das Studio von Radio Neunkirchen zur Vorbesprechung eines Interviews, das am folgenden Tag ausgestrahlt werden sollte. Rick de Soto, der Moderator, informierte sich kurz über unsere Tour und wir besprachen die Fragen, die am nächsten Morgen gestellt werden sollten. Abschließend ließen wir den ersten Tag in Neunkirchen dann beim Schnitzelessen im "Landhaus am kleinen Sägeweiher" in Limbach ausklingen - die Schnitzel sind XXL und die Preise XXS...

Empfehlenswerte Links: siehe nächste Etappe

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