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Etappe 23: Von Neunkirchen nach Prüm

Eine Schleife an der Saar entlang, Wölfe in der Eifel und Kaiser Lothar's Grab...

Früh am Morgen kamen Joachim und Klaus von den Saarbikern zum IPA-Haus. Joachim brachte Lyoner Wurst als Abschiedsgeschenk mit und Klaus wollte uns noch mit seiner Kawasaki ZRX 1200 R bis nach Saarburg begleiten, um uns dann sozusagen in die Eifel zu entlassen.

 

Rund 350 Kilometer lagen noch mal vor uns, bis wir dann wieder heimatliche Gefielde erreichen würden: Zunächst ging es in einem Bogen nordwestlich in den Naturpark Saar-Hunsrück. Felder, Hügel, Wälder und kleinere Dörfer zogen wie im Film an uns vorbei, bis wir jäh die ursprünglich geplante Route abändern mußten, da unsere BMW mal wieder ordentlich Durst hatte (und ich zuvor vergessen hatte, in Neunkirchen noch zu tanken).

 

Also fuhren wir dann wieder aus den Waldgebieten hinaus in die Zivilisation bei Mettlach, wo wir der BMW fünf Liter Sprit gönnten. Den Rest holten wir uns dann in Schengen - ein Preisunterschied von fast 20 Cent pro Liter war Grund genug für diesen Umweg.

 

Doch Schengen stand nicht nur als Tankstopp auf unserer Agenda, sondern dort befand sich noch das sechste von insgesamt sieben Dreiländerecken, die wir während unserer Reise passierten - und schließlich machten wir uns dort zu Dritt noch über die Lyoner von Joachim her. Pardon, Joachim, bis nach Hause hat sie es nicht geschafft...;-)

 

Von Schengen aus fuhren wir wieder in Richtung Saarburg und von dort aus ein kurzes Stück über die B 51 in Richtung Mettlach. Etwa auf halber Höhe stoppten wir an einem kleinen unscheinbaren Parkplatz auf der linken Seite - wir waren an Klaus' "privater" Saarschleife angekommen. Diese Saarschleife ist vom Bus-Tourismus noch nicht "entdeckt" worden, ist also auch noch nicht überlaufen, sondern breitet sich still und heimlich vor einem aus, wenn man von der gegenüberliegenden Seite des Parkplatzes kommt und die kleine Treppe hochgeht.

 

Tja, und hier war dann "time to say good-bye", Klaus fuhr wieder zurück und wir weiter zum nächsten Dreiländereck. Wir machten uns nach meiner Zigarettenpause dann auf die Socken in Richtung Konz, Trier und zum Westwall bei Irrel. Ich hatte schon darauf hingewiesen, dass die französischen Gedenkstätten wesentlich gepflegter sind als diejenigen, die auf deutscher Seite liegen. So auch - oder gar insbesondere - das Westwall-Museum bei Irrel, nordwestlich von Trier. Ein, zwei Hinweisschilder im Ort und ab dann darf man suchen. Das letzte Hinweisschild ist derart von Grünzeugs überwuchert, dass man glauben könnte, dass hier tatsächlich "Gras über die Sache" wachsen soll. Ob das einer Gedenkstätte oder einem Mahnmal gerecht wird, kann jeder für sich selbst entscheiden...

 

Klaus hatte uns für den weiteren Streckenverlauf das Müllerthal in Luxemburg empfohlen, doch angesichts der heutigen Gesamtstrecke von rund 350 Kilometern verzichteten wir darauf und fuhren stattdessen immer auf der Grenzlinie entlang nach Ouren, zum letzten, dem siebten Dreiländereck.

 

Die Strecke führte uns durch das Ourtal - eine langgezogene Waldpassage entlang der Our. Da die Straße weitgehend dem Flußlauf folgt, präsentiert sie sich als wahres Motorradparadies. So langsam ging uns aber die Luft aus und wir freuten uns jetzt doch schon, der Heimat mit jedem Kilometer näher zu kommen. Bevor wir jedoch Prüm, unser heutiges und letztes Etappenziel erreichten, hatten wir noch mal ein Erlebnis, das uns spontan wachrüttelte.

 

Völlig in Gedanken versunken, kurvten wir von Ouren die Felder und Wiesen hinunter. Plötzlich bekam ich von Helene einen Klaps auf den Helm und sie gestikulierte nach rechts. Als ich rüberblickte, glaubte ich meinen Augen nicht zu trauen: Auf einer Wiese in der Nähe eines Anwesens kam uns ein Rudel entgegen. Es sah aus wie ein Rudel Wölfe. Doch beim genaueren Hinsehen entpuppten sie sich als Huskies.

 

Es waren die Tiere der Huskyzucht Zausel in der Nähe von Lützkampen. Wir hielten an und fragten, ob wir uns das mal aus der Nähe ansehen durften. Spontan bekamen wir eine Führung durch die ganze Anlage. Sage und schreibe über 20.000 Quadratmeter Gelände steht dem Rudel zur Verfügung. Die Hunde sahen zwar wolfsartig aus, aber jeder war freundlich und ließ sich gerne streicheln - ganz geheuer war es mir aber dennoch nicht.

 

Von da an war es nicht mehr weit bis zum Hotel "Zum Goldenen Stern" in Prüm. Abgesehen davon, dass sich das Hotel mitten im Städtchen befindet, hat es - bei Buchung von Halbpension - einen weiteren Vorteil: Das Abendessen nimmt man nicht im Hotel ein, sondern man bekommt drei Restaurants in der näheren Umgebung zur Auswahl - so ist mit Sicherheit für jeden etwas dabei. Als motorradfreundliches Hotel verfügt der goldene Stern natürlich auch über eine Motorradgarage und die Chefin, Daniele Haas, gibt gerne Tipps für Ausflüge in die Umgebung.

 

Leider fanden wir an dem einen Abend, den wir in Prüm zur Verfügung hatten, nicht allzu viel über die Highlights und Sehenswürdigkeiten von Prüm an sich heraus. Neben einem Museum mit Ausstellungen wie z.B. "50 Jahre Barbie" oder "Prüm früher, Prüm heute" gab bzw. gibt es noch die Basilika St. Salvator, die allerdings wirklich sehenswert ist. Man kann sie nicht verfehlen, denn sie befindet sich vis-à-vis vom Hotel "Zum Goldenen Stern".

 

In der Basilika befindet sich das Grab von Kaiser Lothar I. - nein, nicht eine vorgezogene bzw. die künftige Grabstätte von Lothar - Loddar - Matthäus, sondern das des Enkels von Karl dem Großen. Einen entscheidenden, fast schon unschlagbaren Vorteil hat Prüm jedoch für Motorradfahrer: Es liegt im unmittelbaren Einzugsgebiet von Eifel, Ourtal und Ardennen - drei ausgewiesene Motorradparadiese, die jeder mal im Leben befahren haben sollte. Da das unsere Hausstrecken sind, geben wir da sehr gerne Tipps, wenn jemand mal dahinkommen möchte.

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