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Fazit & Fakten

...über unsere Motorradreise entlang des Jakobsweges vom 27. April bis 12. Mai 2012

"The Spirit of Jakobsweg" - Geist & Körper...

Frankreich | Spanien | Jakobsweg per Motorad | reisecruiser.de The Spirit of Jakobsweg...

Wir haben die Reise von Anfang an nicht unter religiösen Gesichtspunkten geplant - und dabei ist es dann natürlich auch geblieben.

 

Wir können also leider nicht mit erfolgreichen Selbstheilungen, geistigen Erkenntnissen oder gar erlebten Wundern aufwarten - außer vielleicht die "Tunnelheilung von Gijón".

 

Natürlich haben wir uns einigen geschichtsträchtigen Stätten nicht verschlossen und auch die eine oder andere Kathedrale von Innen angesehen. Es war halt ein gesunder Mix aus allem - Bernadettchen & Bier lassen grüßen.

 

Die Gesamtstrecke von über fünftausend Kilometern in gerade mal knapp zwei Wochen hat ab und zu schon einiges von uns abverlangt - die gewählten Etappen waren angesichts des unbeständigen Wetters und der oft sehr langsamen Durchschnittsgeschwindigkeit unserer Kolonne teilweise lang, und manchmal einfach zu lang. Wir sind schon ein bisschen stolz, dass wir und alle anderen es geschafft haben.

 

Wer diese Reise in dieser Länge ebenfalls planen will, sollte allerdings besser drei Wochen veranschlagen, denn es gibt vieles zu entdecken und zu genießen.

 

Statt für die Sightseeing-Highlights in den jeweiligen Etappenzielen genügend Zeit zu haben, verschob sich bei uns der Fokus mehr und mehr auf das Klischee "Der Weg ist das Ziel". Doch auch das war angesichts der traumhaften und vielfältigen Landschaften eigentlich nicht schlimm.

 

Wir hatten vor der Reise im Internet gelesen, dass der Jakobsweg für Motorradfahrer nicht so toll sein soll, weil es an kurvenreichen Strecken mangeln würde. Wir finden allerdings, dass der Streckenverlauf sehr wohl auch für Motorradfahrer attraktiv ist - Pyrenäen, Galicien und Asturien boten uns abwechslungsreiche und auch recht anspruchsvolle Kurvenstrecken.

 

Wer die Attraktivität einer Strecke ohnehin nur auf die Gesamtzahl der gefahrenen Kurven reduziert, sollte eh' keine fünftausend Kilometer lange Rundreise machen, sondern sich mit Touren à la "30 Pässe in 5 Tagen" begnügen und eben einen Paß nach dem anderen hoch- und wieder runterfahren - jedem halt so, wie er es mag. Wir können unsere Strecke allerdings jedem empfehlen.

 

Aus der momentanen Rückschau betrachtet, war unser ganz persönliches Highlight die vierte Etappe mit der Pyrenäenüberquerung und dem Besuch der Arbayunschlucht.

Pilger & Einheimische...

Frankreich | Spanien | Jakobsweg per Motorad | reisecruiser.de Pilger am Wegesrand

Es war nicht vorgesehen, dass wir mit unseren Motorrädern Wege benutzen würden, die allein den Pilgern vorbehalten sind - eben um diese nicht zu stören.

 

Doch wir wunderten uns nicht schlecht, dass weite Teile des offiziellen Jakobswegs einfach nur Fußwege entlang der jeweiligen Straßen waren. Das würde mich als Fußpilger aber nerven.

 

Ich dachte ursprünglich, dass es sich beim Jakobsweg eigentlich mehr um Wanderrouten querfeldein, also über mehr oder weniger einsame Feld- und Waldwege handeln würde. Weite Strecken entlang von vielbefahrenen Straßen zu gehen, stelle ich mir unter "pilgerischen Gesichtspunkten" wenig attraktiv vor.

 

Aber so kam es z.B. bei Pausen natürlich auch mal zu der einen oder anderen unmittelbaren Begegnung.

 

Dachten wir zunächst, dass die Fußpilger nichts von Motorradfahrern wissen wollten, wurden wir eines besseren belehrt. Schnell entwickelte sich ein kurzes Gespräch - woher, wohin, wie ist es weiter vorne, hinten etc. Wir hatten auch auf kleineren Straßen nicht den Eindruck, dass wir sie stören würden - oft, sehr oft wurde per Winken gegenseitig gegrüßt.

 

Naja, und wer sich abends auch mal außerhalb des Hotels bewegte, bekam natürlich die Gelegenheit, mit den Einheimischen ins Gespräch zu kommen. In Erinnerung bleibt da sicher ein älterer Franzose in La Rochelle, der unsere Motorräder vor dem Hotel sah und mich bat, mit ihm zu den Moppeds zu gehen. "Monsieur, entschuldigen Sie", meinte er halb deutsch, halb französisch, "nähm' Sie es bittä nisch übbell, aber die rote da (la rouge), die gefällt mir am besten..." - dieses Modell kannte er nicht.

 

Ich habe ihm natürlich gerne die Vorzüge von "la rouge", unserer K 1200 RS geschildert...

Stimmungen & Meinungen unserer Mitfahrer...

Otto (FJR 1300)

Mein Wunsch ist in Erfüllung gegangen. Das Ziel lautete: Zur Pilgerstadt Santiago de Compostela mit meiner Yamaha FJR 1300 fahren.

 

Diese große Aufgabe wurde von unserem Tour-Guide Ralf gemeistert, Du hast sicherlich viele viele Stunden mit der Vorbereitung verbracht. Und los geht's in Köln noch alle Maschinen tanken und dann ab in Richtung Belgien.

 

Ich war sehr gespannt wie es denn so werden wird, denn die wenigsten in der Gruppe kannten sich. Leider hat es sehr oft geregnet aber das macht einem Mopedfahrer ja nix aus :-)

 

Von mir ein herzliches Dankeschön, sicherlich werden wir mal wieder eine Tour zusammen fahren.

 

Grüße aus dem Taubertal

Otto

Dorothea & Pit (R 1150 R)

Jetzt sind wir endlich dazu gekommen, Euren umfangreichen Reisebericht zu lesen: Es ist schon toll, was wir alles erlebt haben.

 

Ja, es war eine außergewöhnliche Reise mit vielen sehr unterschiedlichen Eindrücken. Irgendwo auch typisch für einen "Jakobsweg" mit allem Für und Wider.

 

Eine Motorradtour kann eben auch ein Jakobsweg sein mit seinen eigenen Erfahrungen: mit der Natur, dem Wetter, der Kultur, der Gruppe, dem Anderen, der Religion, der Toleranz, ....


Vielen Dank für die Tour, die Ihr vorbereitet hattet, wir sind gerne mitgefahren.


Dorothea und Pit

Uwe (R 1200 RT)

Über zwei Wochen täglich wechselnde Landschaftsformen, Landesküchen und Witterungen, das war für mich Abenteuer pur.

 

Besser wie Du und Helene die Tour organisiert habt, hätte man es nicht machen können. Die Hotels waren durchweg in Ordnung. Die täglich abzuspulenden Kilometer waren zumindest für mich zeitweilig recht kräftezerrend. Ich wußte nicht, das 350 - 450 km am Tag einen Arsch-/Sitzbankkontakt von 8- 10 Stunden bedeuten würde.  Wenn Ihr mich aber fragen würdet, ob ich die Tour morgen noch einmal fahren möchte, dann würde ich sofort ja sagen. Den Tourenbericht hast Du super verfasst, ich habe ihn schon 2 x gelesen und fand mich gedanklich in den einzelnen Etappen mit einem Lächeln wieder.

 

Also, nochmals einen herzlichen Dank dafür, dass ich die Tour mit Euch zusammen fahren durfte.

 

Herzliche Grüße

Uwe

Anja (V-Strom) & Andreas (R 1200 GS ADV)

An das Ende der Welt!

 

Diesmal haben Ralf und Helene von Reisetourer sich hinsichtlich Umfang aber auch Anspruch selbst übertroffen. Auf spannenden Wegen durch abwechslungsreiche Gegenden haben wir einen Teil Europas unter die Reifen gebracht, der nicht zu den typischen Reisekatalogsangeboten gehört.

 

Aber nicht nur die Eindrücke vor Ort, auch die Anforderungen an Mensch und Maschine lagen über dem, was der Wochenend-Tourenfahrer normalerweise erlebt. Wetter und Wege stellten hier ihre eigenen Ansprüche an Kondition und Material. Alles in allem war es für uns eine eindrucksvolle und erfahrungsreiche Tour an schöne Orte, über tolle Strecken mit interssanten Begegnungen - dank einer aufwändigen Planung durch Reisetourer.de ohne Problem machbar.

 

Aber: Nichts für Eisdielen-Cruiser oder Landschafts-Bummler ;-)

 

Liebe Grüße

Anja & Andreas

Das Motorrad "la rouge"...

Frankreich | Spanien | Jakobsweg per Motorad | reisecruiser.de K 1200 RS in Topform...

Wir sind diese Reise mit der BMW K 1200 RS gefahren - bzw. mit "la rouge", wie der französische Bewunderer sie freundlich nannte.

 

Eine andere Variante dieses Typs, die K 1200 GT, besaßen wir auch schon einmal und sind mit ihr damals die 6.000 Kilometer lange "Grenzerfahrungs-Tour" gefahren.

 

Bereits damals lautete unser Fazit, dass dies aus unserer Sicht zum Besten gehört, was BMW jemals im Tourensektor auf zwei Räder gestellt hat. Dem ist nichts hinzuzufügen.

 

Selbst Tagesetappen von 400-500 Kilometer sitzt man mit diesem Sporttourer ohne weiteres auf einer Ar...backe ab. Das Motorrad hat die Tour ohne jede Mängel überstanden. Was uns sehr überrascht hat, war der moderate Benzinverbrauch; hatte sich die GT seinerzeit (vollbeladen) schonmal über 8 l/100 km gegönnt, begnügte sich die RS dieses Mal mit einem Durchschnittsverbrauch von um die sechs Liter. Auf der insgesamt 5.250 km langen Reise kippten wir einen halben Liter Öl nach.

 

Auch alle anderen Motorräder hielten wacker durch - von der Batterie und einer durchgebrannten Birne mal abgesehen.

Die Reifen - eine Überraschung...

Frankreich | Spanien | Jakobsweg per Motorad | reisecruiser.de AVON Storm 2 Ultra

Für diese Reise wurde das Motorrad mit dem Storm 2 Ultra von AVON bestückt. Dieser Reifen war die totale Überraschung. Uns wurde auf dieser Tour jeder denkbare Straßenbelag und nahezu jede Witterungsform geboten. Egal ob Nässe, Schlaglöcher oder längs verlaufende Bitumenstreifen - den Avonreifen war es egal.

 

Wir sind nur ein einziges Mal gerutscht. In einem Kreisverkehr, mitten im Nix irgendwo in Asturien, lag ein Haufen Kuhsch... - und getreu nach dem Motto: Da wo Du hinschaust, fährst Du auch hin, habe ich den Haufen exakt mit dem Hinterrad getroffen und bin natürlich weggerutscht. Zum Glück nur unwesentlich, der Grip kam sofort wieder. (Sorry, Uwe, falls Dein Visier was abbekommen haben sollte...)

 

Auch eine Not- bzw. Vollbremsung aus 80 km/h meisterten die Reifen problemlos.

 

Selbst in Fällen, wo ich unsere Kurvengeschwindigkeit mal verschätzt hatte und durch leichtes Bremsen korrigieren mußte, verhielten sich die Avonreifen völlig neutral.

 

Die absolute Überraschung boten die Reifen aber nach unserer Rückkehr; sie sehen aus wie neu, die Profiltiefe hat sich nur kaum wahrnehmbar verringert. Bei anderen Herstellern kann man nach fünftausend Kilometern oft schon über die nächste Neuanschaffung nachdenken, der Storm 2 Ultra scheint ewig zu halten.

 

Wir waren bislang stets auf der Suche nach einem Allroundreifen, einem Alleskönner sozusagen. Einer, der in Kurven und beim Geradeauslauf überzeugt, einer, der Nässe und Bitumenstreifen akzeptiert und der auch mal ein Verbremsen in Kurven gelassen hinnimmt.

 

Da wir uns weder rennstreckenmäßig bewegen noch abseits befestigter Straßen fahren, ist es für uns weniger interessant, wenn ein Reifen auf dem einen Gebiet top, dafür auf anderen Gebieten weniger toll ist. Wir sind Durchschnittsfahrer und genau dafür ist der Avon Storm 2 Ultra wie geschaffen. Das soll jetzt keineswegs heißen, dass der Reifen nicht auch für "Knieschleifer" und Bestzeiten geeignet ist, wir haben ihn halt nur unter unseren Alltags-Bedingungen getestet - und für diese Performance bekommt der Avon Storm 2 Ultra von uns ein glattes Sehr gut !

Die Helme - Schuberth, what else ?

Frankreich | Spanien | Jakobsweg per Motorad | reisecruiser.de S2 und C3-Lady von Schuberth

Lange Rede, kurzer Sinn: Der S2 von Schuberth ist der beste Helm, den ich jemals gefahren bin.

 

Als langjähriger Klapphelmfan habe ich das Klischee des typischen BMW-Tourenfahrers abgegeben und war skeptisch, ob ich mich an die geschlossene Alternative überhaupt würde gewöhnen können. In der Tat, auf den ersten Kilometern ist ein Wechsel auch gewöhnungsbedürftig, so wird nach einigen Fehlversuchen jetzt eben nicht mehr auf dem Mopped geraucht...

 

Belohnt wird man aber mit einer unerreichten Leichtigkeit des Helms sowie der außerordentlich guten Lärmdämmung - sogar bei Geschwindigkeiten jenseits der 200 km/h-Marke. Der S2 dürfte damit ganz sicher Maßstäbe setzen. Selbst bei täglicher Benutzung von bis zu zehn Stunden drückte der Helm nirgends...

 

Gleiches galt (und gilt) für Helene's C3-Lady. Der Helm ist ebenfalls bemerkenswert leicht und sehr komfortabel zu tragen. Man merkte schlicht nicht, dass man einen Helm auf hatte. Wir wissen, wovon wir reden: Eine 5.000 Kilometer lange Reise in nur knapp zwei Wochen ist da schon eine aussagefähige Referenz.

 

Bei unseren früheren Helmen konnte man sich im Stand gerade noch so verständigen. Wie gut die Geräuschdämmung beim neuen S2 und dem C3-Lady ist, merkten wir spätestens, wenn wir mal irgendwo standen und Helene mir etwas sagen wollte - ich konnte sie kaum verstehen. Interessanterweise betraf es aber nicht Warnsignale (Polizeisirene etc.) - die wiederum sind nach wie vor gut auszumachen.

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