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3. Etappe Nevers - Bergerac

Sonntag, 29. April 2012 bis Montag, 30. April 2012

Traumstraßen unter den Reifen...

Mittlerweile entwickelte es sich zum "same procedure as every day": Die R 1150 R wollte zunächst wieder nicht anspringen. Nachdem Pit sie erstmal auf dem Parkplatz fast "leergeorgelt" hatte, half ein paar Minuten später dann doch nochmal ein sanftes Handauflegen und die Maschine sprang an. Mit laufendem Motor wurde sie dann bepackt und wir berieten, was zu tun sei. Wir hofften drauf, dass sie bis Bergerac halten würde, denn da hatten wir ja einen Ruhetag und dort würde sich das Problem lösen lassen - glaubten wir.

 

Nach einer relativ unspektakulären Fahrt hielten wir in Montlucon zur verlängerten Kaffeepause und planten die kommende Route. Pit & Dorothea wollten unbedingt über Schnellstraßen und Autobahnen in die Porzellanstadt Limoges. Der Rest der Gruppe konnte sich aber mit diesen Straßen und der Stadt nicht anfreunden, sondern wollte lieber über Nebenstrecken nach Bergerac fahren. Pit & Dorothea fuhren, trotz des Batterieschadens, alleine los.

 

Für uns begann kurz hinter Montlucon ein wahres Kurvenparadies. Die Strecke führte via Evaux-les-Bains, Auzances, Aubusson nach Ussel - kann man jedem getrost empfehlen. Wir fuhren knapp zwei Stunden lang durch Felder, Wiesen und Wälder - und das ununterbrochen in Rechts-Links-Passagen. Ein Traum wurde wahr. Es herrschte auf den kleinen Straßen so gut wie kein Verkehr und die Kurvenpassagen waren oft weit einsehbar, sodass wir da mal ein wenig Spaß haben konnten.

Frankreich | Jakobsweg per Motorad | reisecruiser.de Kurvenparadies

Der eine oder andere von uns wäre diese knapp hundertzwanzig Kiometer lange Strecke gerne nochmal rauf und runter gefahren, da bin ich mir sicher. Wir mußten jedoch weiter und fuhren nun auf der Landstraße von Ussel auf direktem Wege nach Bergerac.

 

Bei einer weiteren Pause, kurz vor dem obligatorischen Wolkenbruch, stellten wir fest, dass das Navi von Andreas eine kürzere Strecke gefunden hatte als unser Navi. Die Differenz betrug satte zehn Kilometer - das ist sicher nicht viel, wenn man eine gemütliche Sonntagstour fährt, aber es ist enorm viel, wenn man vor sich einen Weltuntergang in Form von schwarzen Wolken hat und weiß, dass man da noch durch muß. Die Entscheidung war klar: Andreas übernahm nun die Führungsposition und wir rutschten ans Ende.

 

Was Andreas' Navi da gefunden hatte, wäre bei trockenem Wetter sicher genauso toll gewesen wie unsere Landstraßenstrecke von Montlucon nach Ussel; doch diesmal schwamm das Wasser zeitweilig auf der Fahrbahn und die restliche Strecke wurde einfach nur noch mühsam. Unsere Tour durch die Region Aquitanien hatten wir uns anders, trockener vorgestellt.

 

Gegen 18.00 Uhr erreichten wir völlig durchnäßt, aber ansonsten unversehrt unser Hotel "La Flambée" in Bergerac. Pit & Dorothea waren schon vor uns angekommen, in Limoges waren alle Museen und Läden geschlossen gewesen.

Bergerac, nicht allzu schön im Regen...

Draußen schüttete es inzwischen wie aus Eimern und so nahmen wir alle dankbar das Angebot des Hoteliers an, für uns einen extra großen Tisch im großen Kaminzimmer zu decken und dort zu Abend zu essen.

 

Wir freuten uns, dass der nächste Tag ein Ruhetag sein würde. Bergerac hatte viel zu bieten - und für Pit's BMW sicher auch einen Laden, wo er eine neue Batterie bekommen würde.

 

Erstes stimmte, Bergerac hat viel zu bieten - allerdings nur, wenn es nicht regnet. Wir erkundeten am freien Tag zusammen mit Anja & Andreas die pittoreske Altstadt von Bergerac. Die schiefen Fachwerkhäuschen mit den bunten Fensterläden geben ein beeindruckendes Bild ab. Letztlich verbrachten wir die meiste Zeit allerdings in einem Café, es war einfach zu kalt und zu naß draußen.

 

Im Tourismusbüro fragten wir dann, ob man uns ein Taxi rufen könne. Das machte man dort auch, allerdings wurden wir dann aufgefordert, draußen in strömendem Regen zu warten, da man gleich schließen wolle. Man setzte uns kurzerhand vor die Tür; Gastfreundschaft sieht anders aus.

 

Zurück im Hotel erfuhren wir dann, dass es in Bergerac keine neue Batterie für die BMW gab. Pit war bereits dabei, sich mit dem ADAC zu unterhalten. Der Plan sah nun folgendermaßen aus: Same procedure as every day, also hoffen, dass die Maschine am nächsten Morgen anspringen würde, hoffen, damit dann die Pyrenäen überqueren zu können und hoffen, daß der "spanische" ADAC zeitgleich in unserem nächsten Etappenort Pamplona eine Batterie zur Verfügung stellen könnte. Für meinen Geschmack ein wenig zuviel Hoffen...

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