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Honour Run der Army Vets 2016

In den USA sind sie fester und anerkannter Bestandteil des gesellschaftlichen Lebens, hier bei uns in good old Germany sind sie für Außenstehende leider noch eher sowas wie exotische Randerscheinungen: Military Honour Runs. Wir wurden nun eingeladen, mal an einem solchen Veteranen-Run teilzunehmen und uns ein eigenes Bild zu machen.

 

Ausrichter war der Army Vets MC, seines Zeichens der erste deutsche Military Motorcycle Club Deutschlands.

Army Vets Honour Run 2016 - © Army Vets MC © Army Vets MC

Ein deutscher Soldat schrieb mal:

 

"Im Grunde gibt es drei Gruppen von Menschen: Die erste sagt 'Es ist es wert, sein Leben zu riskieren, um viele Leben zu schützen', die zweite würde dies nicht tun, weiß eine solche Einstellung jedoch zu schätzen. Und die dritte, die tut keines von beidem, kennt aber anscheinend schon alles und ist besonders gut darin, mit dem Finger auf andere zu zeigen."

 

Treffender kann man es sicher nicht beschreiben. Nachdem meine eigene Zeit des "Arsch riskierens fürs deutsche Volk" schon ein paar Jahrzehnte zurückliegt, zähle ich mich - zählen wir uns - nun inzwischen zur zweiten Gruppe und wissen durchaus zu würdigen, wem wir unter anderem verdanken, so zu leben, wie wir wollen: In Freiheit und mit allen Freiheiten. Unsere Soldaten gehören zweifelsohne in erster Linie dazu.

 

Jedenfalls war es nun mal überfällig, neben allen möglichen Runs for Kids, Runs for Orcas und wie sie alle heißen, endlich auch mal gefallenen Soldaten Respekt und Ehre zu erweisen und dort mitzufahren...

Kein Zelten = kein Jack Daniels...

Begonnen hatte alles schon am Freitag auf einem Zeltplatz in der Nähe von Emmerich am Niederrhein. Der Jacky floß freitagabends sicher in Strömen, aber auch das konnte uns nicht locken: Auch wenn JD unser favourite drink ist, ist Zelten so gar nicht unser Ding. Wir trudelten daher erst am Samstag zum leckeren Frühstück dort ein.

 

Natürlich waren schon die meisten Teilnehmer vor Ort und wir konnten mal die Kutten der etwas anderen Art betrachten. Dabei haben wir uns schon ein bisschen über die Vielfalt der Military Motorcycle Clubs (MMC) in Deutschland gewundert; da scheint es schon einige zu geben.

 

Jedenfalls reisten die Teilnehmer von nah und fern an. Wäre ein Pokal für die weiteste Anreise vergeben worden, hätte ein US-Veteran aus Wyoming diesen sicher bekommen. Schön, dass er als Amerikaner dabei war und gezeigt hat, dass aus ehemaligen Gegnern längst Freunde geworden sind. Je internationaler ein solches Event abläuft, desto überzeugender ist es.

Allerhand Kilometer und drei Friedhöfe

Gegen elf Uhr startete der langgezogene Korso auf seinen rund hundertzwanzig Kilometer langen Weg durch Wald und Wiesen, durch Deutschland und die Niederlande. Wir hatten die Ehre, nicht hinten bei den "Zivilisten" mitfahren zu müssen, sondern durften uns weiter vorne bei den SpecOps Veterans einreihen.

 

Die Organisation war 1A, selbst eine Flußüberquerung mittels Fähre für die große Menge an Moppeds haben die Army Vets problemlos gemeistert. Zahlreiche Blocker und Lumpensammler wiesen den Weg. Begleitfahrzeuge fuhren voraus und boten an den Stopps gekühlte Getränke und Würstchen für den kleinen Hunger zwischendurch.

 

Das war schon alles bis ins kleinste Detail durchgeplant - man könnte auch sagen: Das war militärisch geplant...;-)

Unterbrochen wurde der beeindruckende Korso an drei Soldatenfriedhöfen; ein kanadischer, ein deutscher und ein alliierter. Dort wurde jeweils in höchst respektvoller Weise (mit Trompeter und Dudelsackpfeifer) ein Kranz niedergelegt. Man mußte kein Soldat bzw. Veteran gewesen zu sein, um die Kranzniederlegungen als ergreifend zu bezeichnen. Das habt Ihr gut gemacht!

 

Zusätzlich beeindruckend war, dass am letzten Friedhof auch eine offizielle Abordnung der Bundeswehr teilnahm und ebenfalls einen Kranz niederlegte. Irgendwie setzte dies dem Ganzen noch eine Krone auf, es war nicht nur ein Zeichen des Respekts für die gefallenen Soldaten, sondern letztlich auch eine Art der offiziellen Anerkennung seitens der Bundeswehr für die teilnehmenden Moppedfahrer.

Fazit: Eine tolle warnwesten- und plüschtierfreie Ausfahrt...

Was für ein Tag: Knapp zweihundert Teilnehmer - und wir sahen keine einzige Warnweste und nicht einen einzigen Glücks-Teddybären am Lenker oder auf'm Gepäckträger! Und, welch' Wunder: Auch ohne Signalgelb und Glücksbringer verlief der Korso unfallfrei. Ganz im Gegenteil, wir haben noch nie einen so disziplinierten Korso erlebt, bei dem man derart entspannt mitfahren konnte. Da tanzte keiner aus der Reihe, sondern jeder hielt seinen Platz ein. Das haben wir schon oft ganz anders erlebt.

 

Klar, auch bei den MMC fahren viele amerikanische Eisenhaufen mit, aber die Markenvielfalt war dennoch beeindruckend. Die Teilnehmer boten alles auf, vom Sportler über Tourer bis zum Chopper. Keiner fühlte sich fehl am Platze, denn anders als bei "herstellerhörigen" Stammtischtreffen zählte hier nicht Marke oder Typ, sondern einzig der Anlaß und die Kameradschaft.

Wir bedanken uns beim SpecOps Veterans MMC und beim Army Vets MC für die Einladung. Es war ein tolles und beeindruckendes Erlebnis, einen Tag lang mit Euch zu fahren!

 

Und wie wir gehört haben, war auch die anschließende Party auf dem Zeltplatz ebenfalls ein tolles Event, aber wie oben schon erwähnt: Kein Zelten = kein Jacky...:-(

 

By the way, die Honour Runs des Army Vets MC sind natürlich keine "geheimen" Insiderveranstaltungen. Jeder und jede ist dort sehr willkommen, solange er/sie sich angemessen zu verhalten weiß. Infos zu den kommenden öffentlichen Veranstaltungen der Clubs findet Ihr auf deren Homepages...

Infos zum Thema:

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