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Cruisertouren auf Mallorca 2015

Motorradtouren auf Mallorca Motorradtouren auf Mallorca

In diesem Frühjahr bot uns der Himmel über'm Rheinland und der Eifel bisher ein sattes Grau in allen möglichen Nuancen. Die dazugehörigen Temperaturen waren auch nicht viel besser. Da kann man schon auf dumme Gedanken kommen à la "wir verkaufen das Mopped und suchen uns ein anderes Hobby". Doch bevor uns der Himmel auf den Kopf fiel, lautete unsere alternative Kurzschlußreaktion: Ab auf die Insel - und zwar eine, die nah ist und wo's wärmer und schöner ist als hier: Mallorca ist dafür wie geschaffen, denn die Insel ist auch noch ein Paradies zum Cruisen & Genießen - jedenfalls abseits der Proleten am Ballermann.

 

Da wir nur eine Woche Zeit hatten, kam eine Anreise mit der Royal Star nicht in Frage, also stand Hinfliegen & Mieten auf dem Plan.

 

Ein US-Eisenhaufen war nach der letzten Probefahrt mit der Street Glide so gar nicht auf dem Wunschzettel vertreten, ebenso wenig irgendwas weiß-blaues. Fündig wurden wir dann bei Chopper Tours Mallorca in Cala Millor. Sven & Bianca bieten neben geführten Touren Moppeds zur Vermietung an. Ganz nett lief schon der erste Telefonkontakt - spätestens seit klar war, dass wir einen 1300er Cruiser durchaus beherrschen, ohne erst Proberunden drehen zu müssen...

Sechs Tage hatten wir Zeit für unsere Motorradtouren auf Mallorca. Bei Sven & Bianca kann man sich Moppeds mieten (Yamaha XVS 1300 Midnight Star und XVS 1300 Custom - ab 2016 sind Suzuki-Cruiser im Angebot), aber man kann auch gleich ganze Touren mit Sven als Tourguide buchen.

 

Wir kennen zwar die Insel von einigen vorherigen Reisen, doch da waren wir immer mit einem Leihwagen mit Navi unterwegs und fuhren immer die Hotspots auf direkterem Wege an. Wir hofften, dass uns Sven als ortskundiger Tourguide Strecken zeigen würde, die man als Normal-Touri sonst nicht so einfach finden würde. Schonmal vorweg: Das ist ihm 100%ig gelungen. Sven ist ein lebendes mallorquinisches Navi mit der Dauerfunktion "kurvenreiche Nebenstrecke".

Best Tourguide ever...

Die Touren gehen mindestens über fünf Stunden und sind im Schnitt zwischen 120-130 Kilometer lang. Ausgangs- und Zielort ist jeweils Cala Millor im Osten der Insel. Man trifft sich morgens gegen halb zehn vor dem Office zum Kaffee und Benzinquatschen und gegen zehn Uhr gehts dann los. Im Tagespreis von rund 150 Euro sind das Mopped (incl. Benzin, Vollkasko ohne SB sowie Helme und Nierengurt) enthalten sowie kalte Getränke unterwegs. Beifahrer zahlen nichts.

Während der Touren werden natürlich auch ein paar Pausen eingelegt, meist an traumhaften Fotolocations oder zum Besuch eines mallorquinischen Cafés. Aber es ist keineswegs so, dass man mehr steht als fährt, das Cruisen steht absolut im Mittelpunkt. Einen der bemerkenswerten Stopps machten wir auf dem Sant Salvador, wo es Mallorcas höchstes Klo mit der schönsten Aussicht gibt...

...das schönste Klo Mallorcas - Sant Salvador ...vielleicht nicht das schönste Klo Mallorcas, aber das mit der besten Aussicht - Sant Salvador

Natürlich hat Tourguide Sven auch die üblichen touristischen Hinweise drauf, aber wir fanden es saugut, auch die eher unkonventionellen Hotspots kennenzulernen.

 

Freitags sollte es noch zur Finca von Peter Maffay gehen, doch der war leider nicht vor Ort. Ich fands nicht so schlimm, denn ich bin jetzt nicht grad ein Fan von ihm. Mich hätte sowieso eher mal die Ex-Finca der Hells Angels interessiert, doch die schien Sven überhaupt nicht zu kennen - sagte er jedenfalls...;-)

 

Ein weiterer ungewöhnlicher Stop war die "Ghost Town" (steht auch nicht im Reiseführer, sondern ist ein Insidertipp): Auf der Strecke von Alcudia nach Artá geht es unvermittelt nach links ab. Ein paar hundert Meter später fährt man durch ein Dorf, das ausgestorben zu sein scheint. Es ist wirklich so: Alle Fensterläden sind geschlossen, alte Reklameschilder wackeln und quietschen im Wind und man würde sich jetzt nicht mehr wundern, wenn plötzlich noch solche runden Heuballen über die Straße rollen würden, wie man sie aus Western kennt.

 

Das komplette Dorf scheint unbewohnt zu sein, bis man am Ende der Dorfstraße eine Bar findet - und da ist dann plötzlich Leben in der Bude. Keine Ahnung, ob da alle Dorfbewohner den ganzen Tag abhängen, aber es sieht so aus. Hier könnte man wirklich einen Endzeit- oder Zombiefilm drehen - die Kulisse wäre perfekt geeignet. By the way, wir kennen jetzt natürlich den realen Ortsnamen und die Koordinaten, aber wir möchten ihn in Sven's Interesse nicht breittreten - für 150 Ocken bringt er Euch ja gerne mal dahin...

Ghost Town auf Mallorca - reisecruiser.de Ghost Town auf Mallorca

Alleine fahren vs. geführte Tour buchen...

Wir halten sonst überhaupt nichts von geführten Touren, weder als Guide noch als Mitfahrer, aber in diesem Falle lagen wir mit unserem Bauchgefühl absolut richtig. Wer glaubt, Mallorca unter "motorradfahrerischen" Gesichtspunkten zu kennen, wird mit Chopper Tours Mallorca ganz gewiß eines Besseren belehrt. Darauf würde ich jede Wette eingehen.

 

Natürlich kann jeder das Cap Formentor, das Tramuntana-Gebirge, die Ermita de Bonany oder das Santuari de Sant Salvador auch mit dem eigenen Navi finden - doch niemals führt die Anfahrt dann über knapp zwei Meter breite Sträßchen, die sich kreuz und quer durch bunte Obstplantagen und kleine Dörfer winden - und irgendwie ist es doch das, was für uns das ursprüngliche Mallorca ausmacht.

 

Klar, auch kleinste Straßen kann man ohne Guide finden - doch in vier von fünf Fällen enden die gerade entdeckten Wege nach zehn bis zwanzig Kilometer dann irgendwo im nirgendwo und man kann die ganze Strecke zurückgurken. Das macht beim ersten und zweiten Mal noch Spaß, doch danach wird es schnell langweilig. Mit einem versierten Tourguide passiert sowas nicht.

 

Der letzte Stopp einer jeden Tour ist übrigens die Tankstelle in Cala Millor. Hier kann man endlich mal legal beim Tanken sitzenbleiben, denn Cheffe Sven macht den Tankwart. Zurück im Headquarter gibts einen (oder zwei oder drei) Café con leche und ein bisschen Benzingequatsche über die zurückliegende Tour und ein toller Tag geht dann leider zu Ende. Im Idealfall hat man schon die nächste Tour für den nächsten Tag vorgebucht, dann läufts, wie man heute wohl so sagt. Sven bietet derzeit vier solcher Touren an plus eine Ganztagestour nach Sa Calobra (Länge ca. 230 Kilometer).

 

Übrigens, wer am nächsten Tag wieder mitfährt, wird feststellen, dass das Mopped ziwschenzeitlich wieder neu gewienert und poliert wurde...

 

Uns haben Bianca & Sven jedenfalls so überzeugt, dass wir für Juli gleich nochmal eine Woche gebucht haben.

...und Mallorca sonst so...

Wir hatten dieses Mal ein preiswertes 4*-Hotel im Nordosten der Insel, und zwar am Stadtrand von Cala Ratjada gewählt. Das Hotel war sehr sauber und eigentlich nett; es hatte gerade erst nach einer umfangreichen Renovierung wieder aufgemacht.

 

Von den hundert Gästen kamen 98 aus England - also alle außer uns. Obwohl wir damit mehr oder weniger gerechnet hatten, steht jetzt im Nachhinein fest: Sowas werden wir uns nie wieder antun.

 

Abgesehen davon, dass einem schon die Lust aufs Frühstück vergeht, wenn man die fettleibigen und eklig rosa verwelkten Bäuche sieht, die Männlein oder Weiblein da völlig ungeniert zur Schau tragen, fressen sie auch wie die Schweine - mit allen Begleitgeräuschen.

 

Für uns bedeutet das, dass wir uns beim nächsten Mal, wie schon in den Jahren zuvor, eine Finca mieten, um alleine den grunzenden fetten Schweinen aus dem Weg zu gehen. Zum Gelingen eines schönen Mallorcaurlaubes gehört die passende Unterkunft einfach dazu.

 

Dank der "All Inclusive Fuzzis" sind allerdings die Fischrestaurants, Bars und Cafés an der Strandpromenade immer schön leer. Natürlich zum Leidwesen der freundlichen Inhaber, denn ihnen brechen die Umsätze mehr und mehr weg. Nach dem Strandbesuch finden die Leute nur noch den Weg ans Hotel-Buffet und anschließend in die Hotelbar, wo's bis Mitternacht auf Kosten des Hauses unbegrenzt Billigfusel gibt. Wie gesagt, schade für die Inhaber, schön für uns. Unser Favorit war die "Osteria del Porto", alles sehr lecker bei sehr freundlichem Service und angemessenen Preisen.

 

Ansonsten haben wir Cala Ratjada tatsächlich nur zum Übernachten aufgesucht. Unserer Stimmung tat das keinen Abbruch, denn wir waren ja wegen des Moppedfahrens auf der Insel - und das war der Hammer schlechthin und wog alles auf!

 

Wir kommen gerne wieder nach Mallorca - allerdings never ever in ein solches Hotel in einer solchen Gegend...

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