Urlaub in Cuba
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Traumurlaub auf Cuba

Statt ins islamistische Ägypten ins sozialistische Cuba...

Eigentlich stand für uns ein Kurzurlaub in Ägypten auf dem Plan. Doch letztendlich war uns das nicht sicher genug und wir entschieden uns kurzfristig zu einer Umbuchung.

 

Da wir Cuba von mehreren Reisen kennen und uns dort auch außerhalb der Hotels bislang sehr sicher fühlten, haben wir uns wieder für Varadero und erneut für das Tophotel Royalton Hicacos als Hauptquartier entschieden.

 

Diesmal flogen wir von Frankfurt ab, da es zu unserer Reisezeit bei Condor nur von dort die Option der Business Class gab. Damit die Reise stressfrei ab unserer Haustüre beginnen konnte, nutzten wir am Tag vor dem Abflug das Zug-zum-Flug-Ticket und checkten am späten Nachmittag im Sheraton Airport Hotel ein. Somit entfiel schonmal das ultrafrühe Aufstehen am Abflugtag sowie die stressigere Anfahrt am frühen Morgen.

 

Das Sheraton punktet mit direktem Zugang zum Terminal - und es verfügt über eine Zigarren-Bar (in der man auch als Zigarettenraucher gern gesehener Gast ist). Wir hatten ein Zimmer mit Aussicht aufs Flugfeld. Obwohl der Bau seine Hoch-Zeit und seinen Zenith schon hinter sich hat, waren die Fenster übrigens so gut isoliert, dass man nichts vom Lärm hörte.

Gut ausgeschlafen und nach einem tollen Frühstück machten wir uns dann am nächsten Tag auf zum Check-in. Neben den Annehmlichkeiten des seperaten Check-ins, dem Zutritt zur Business-Lounge und dem bevorzugten Boarding war das ansehnliche Platzangebot für uns der Grund zur Buchung der Business Class. Gleich nach dem Boarding wurde ich von der Flugbegleiterin freundlich gefragt, ob sie mein Jacket aufhängen dürfe und unmittelbar danach gab's das erste Gläschen Champagner zur Begrüßung. So beginnt eine Flugreise wirklich streßfrei.

 

Ein Flug nach Cuba dauert in der Business Class genauso elf Stunden wie in der Holzklasse, da beißt die Maus keinen Faden ab. Dank des inkludierten Services (Getränke bis zum Abwinken, große Zeitschriftenauswahl, heiße Erfrischungstücher zwischendurch, Essen auf Porzellangeschirr serviert) und einem breiten Sitz, den man sogar zum Bett umfunktionieren kann, vergehen die elf Stunden allerdings wesentlich erträglicher und entspannter als in der Holzklasse. Das gilt erst recht, wenn - wie bei unserem Hinflug - das gesamte Entertainmentprogramm an Bord ausfällt.

 

Der Flug nach Havanna startete pünktlich und verlief unspektakulär. In Havanna erwartete uns dann das Chaos, von dem wir zuvor schon im www gelesen hatten: Es dauerte sage und schreibe knapp zweieinhalb Stunden, bis wir unser Gepäck hatten und Zoll und Grenzpolizei passiert hatten - für Raucher, die inzwischen schon auf Entzug sind, eine heftige Belastung.

 

Endlich draußen angekommen, wartete schon unser Chauffeur mit seiner Limousine auf uns. Wir hatten keine Lust, mit dem Touribus jetzt stundenlang Hotel für Hotel abklappern zu müssen und hatten deshalb einen Privattransfer gebucht. Zum Glück war unser Chauffeur ebenfalls Raucher und so war's ein Leichtes, auch eine Zigarettenpause unterwegs zu vereinbaren (noch ein Vorteil gegenüber dem Standardtransfer im Bus).

 

Während des Transfers haben wir nicht viel von Land & Leute sehen können, da es mittlerweile schon dunkel war. Wir kamen gegen 22.30 Uhr am Hotel an.

Hotel Royalton Hicacos in Varadero

Man könnte dieses Hotel stundenlang beschreiben und würde doch stets etwas vergessen. Das Hotel liegt etwa auf der Hälfte der Halbinsel Hicacos, ca. zehn Kilometer vom Ort Varadero entfernt. Es hat vierhundert Zimmer und ist ein Hotel nur für Erwachsene. Anders als viele hohe Betonbunker am Strand von Varadero handelt es sich um eine sehr weitläufige Hotelanlage mit maximal dreistöckigen bunten Gebäuden, die sich auch fürs Auge harmonisch in die Landschaft einfügen. Ein Link zur Hotel-Homepage befindet sich am Ende des Berichtes.

 

Die Highlights (wenn man den Diamond Club Status bucht):

 

Der Butlerservice funktioniert perfekt. Man bekommt seinen eigenen Butler zugeteilt, der während des gesamten Aufenthaltes für einen da ist und alle möglichen (und unmöglichen) Sonderwünsche erfüllt. Wie vor zwei Jahren hatten wir wieder "unseren" Butler Pablo.

Der Butler versieht seinen Dienst von 9-21 Uhr. Er ist immer irgendwie unsichtbar, aber wenn man ihn braucht, ist er schnell zur Stelle. Wer die Dienste wirklich aktiv nutzt, bekommt einen echten Mehrwert. 

 

Neben den Leistungen des Butlers besticht der Diamond Club Status auch noch mit einem reservierten exklusiven Strandabschnitt mit eigener Strandbar, Beach-BBQ und Kellnerservice direkt an der Liege. Man bekommt pro Zimmer ein balinesisches Bett, zwei Sonnenliegen und noch zwei Liegestühle zur Verfügung (man will sich gar nicht vorstellen, was man dafür an spanischen oder italienischen Stränden berappen müßte).

Da sich nicht allzu viele den Aufpreis (600 Euro pro Zimmer) leisten wollen, ist der Strandabschnitt nie überlaufen und man hat beim Baden im Meer stets das Gefühl, alleine dort zu sein. Im Bereich des Diamond Club Beaches gibt es auch - glücklicherweise - keinerlei Animation. Wer dennoch animiert werden muss, findet die Crew ein paar hundert Meter weiter im Bereich des "normalen" Strandabschnitts.

Last, but not least, hat man als Diamond Club Gast das Recht auf täglich reservierte Plätze in allen Restaurants. Während andere Gäste ein- bis zweimal pro Woche in einem Spezialitätenrestaurant essen dürfen, kann man also aus dem Vollen schöpfen und sich jeden Abend woanders vom Butler einbuchen lassen.

 

Der Fairneß halber muss man aber sagen, dass selbst das normale Buffetrestaurant über außerordentliche Qualitäten verfügt. Wir haben selbst mehrfach auf unsere Reservierungen verzichtet und sind dort hingegangen.

 

Buffetrestaurant ist auch eher ein falscher Ausdruck, denn in Buffetform liegen da nur die Vorspeisen, die Beilagen sowie die Desserts zur Auswahl. Fisch-, Fleisch- und Pastagerichte werden für jeden Gast einzeln beim Showcooking an verschiedenen Stationen frisch zubereitet - das hat schon was. Selbst wenn man jeden Abend frischen Hummer essen möchte, kann man dies im Buffetrestaurant machen.

Man muss allerdings erwähnen, dass weder das Hotel Royalton noch die anderen Hotels in Varadero auch nur das Geringste mit dem wahren Leben auf Cuba zu tun haben. Es handelt sich allesamt um reine Phantasiewelten mit mehr oder weniger purem Luxus, den sich ein Cubaner vermutlich niemals wird leisten können.

 

Wer damit ein Problem hat, für den ist Varadero definitiv der falsche Urlaubsort. Wir nutzten das Royalton als Ausgangsbasis für diverse Touren ins Hinterland und als Erholungsoase für zwischendurch. 

Ganz ohne Zweirad ging's dann doch nicht - Ausflug in den Nationalpark von Hicacos

Wie in nahezu jedem Urlaub mieteten wir uns auch dieses Mal einen 125er Motorroller, um die nähere Umgebung zu erkunden. Der Spaß ist in Varadero recht günstig zu haben: 35 Euro für 24 Stunden (inclusive Benzin). Der Roller wird zum Hotel gebracht und dort auch wieder abgeholt. Cool war, dass der Typ, der den Roller brachte, selber auf einem Roller fuhr und mit der linken Hand neben sich den Leihroller mitführte. Ich würde auf diese Art nichtmal zwei Fahrräder beherrschen.

 

Wir haben den Roller bei einer eigentlich renommierten Agentur gemietet. Der Vertrag war aber nur in spanisch geschrieben - entweder man unterschreibt ihn oder läßt die Anmietung bleiben. Als ich den Vermieter dann bei der Einweisung nach der Versicherung fragte, schaute der nur verständnislos und meinte: "Hä, was für eine Versicherung?" Ich: "Ist der Roller haftpflichtversichert oder gibt es auch eine Vollkasko?" Er: "Der ist überhaupt nicht versichert." Ah ok...

Mit dem unversicherten Roller fuhren wir dann zum Park Varahicacos Ecological Reserve. Neben ein paar Hektar unberührten Regenwaldes mit diversen Höhlen, in denen man Wandmalereien der Ureinwohner besichtigen kann, gibt es einen Kaktus zu bestaunen, der schon über 500 Jahre alt ist. Das Ding stand also schon da, als Christoph Kolumbus seine Füße auf die Insel setzte. Echt beeindruckend, dieses Riesending da stehen zu sehen.

 

Da es an diesem Tag knapp vierzig Grad heiß war, zog ich es allerdings vor, bei einem gekühlten Getränk am Parkeingang die Fahrzeugwache zu machen, während Helene durchs Gestrüpp wuselte. Laut Helene ist der Park wirklich sehenswert, da man dort einen ungefähren Eindruck bekommt, wie die gesamte Halbinsel noch vor ein paar hundert Jahren wirklich mal ausgesehen hat. Geschichte zur Zeit der spanischen Conquistadores wird dort sozusagen nochmal lebendig.

Die Halbinsel Hicacos ist ein schmaler langgezogener Landstrich von rund zwanzig Kilometer Länge und einem Kilometer Breite. Am Anfang liegt der Touristenort Varadero, dann kommen ein paar Hotels, dann der Naturpark, anschließend wieder ein paar Hotels und am Ende befindet sich eine neu erschaffene kleine Marina mit ein paar Restaurants und Bars - gerade richtig, um das alles mit einem Roller mal abzugrasen.

Political not correct, aber dennoch schön: Schwimmen mit Delfinen...

Wir haben die TUI-Reiseleitung gefragt, ob man hier noch mit Delfinen schwimmen kann. "Nein, TUI Deutschland bietet so etwas natürlich nicht mehr an, wir wollen so etwas nicht mehr unterstützen", sagte uns die nette Reiseleiterin mit einem leicht vorwurfsvollen Unterton in der Stimme. Um sich aber das Geschäft (bzw. die Provision) nicht durch die Lappen gehen zu lassen, bot sie uns - quasi verschämt unter'm Ladentisch - sogleich eine Alternative an: "Meine Kollegin von TUI Niederlande kommt gleich, da können Sie sowas noch buchen."

 

Ey, TUI, was soll denn diese Scheinheiligkeit? Das ist ja ne' merkwürdige weiße Weste, die Ihr Euch da zurechtgenäht habt...

 

Naja, uns war's egal. Am nächsten Tag saßen wir in einem Boot und fuhren eine halbe Stunde aufs offene Meer hinaus, wo sich plötzlich eine Delfinstation auftat. Klar, die Delfine waren gefangen. Allerdings war der Außenzaun der großen Becken gerade mal zweieinhalb Meter hoch und nach meinem Eindruck wäre das keine echte Herausforderung für einen springenden Delfin, wenn er denn wirklich raus wollte.

 

Wie dem auch sei, nach einer Einweisung durch die Trainer bekam jeder von uns beiden eine halbe Stunde lang die Gelegenheit, mit den Delfinen Marina und Carla unmittelbar in Kontakt zu kommen und gemeinsam mit ihnen zu schwimmen. Helene ließ sich sogar von den beiden unter den Füßen hochheben und durchs Wasser tragen...

Natürlich haben die Delfine das nicht "aus Spaß an der Freud" mit uns gemacht. Wir waren für sie nur Teil des Futterprogramms. Nicht, dass sie uns verzehren wollten, aber nach jeder einzelnen Aktion mit einem von uns gab's für sie einen Fisch. Das ist wohl auch der Grund, warum sie nicht aus der Station abhauen: Es ist wohl leichter, ein paar Touris zu bespaßen und dafür im Gegenzug gefüttert zu werden als sich sein Essen mühsam selber im offenen Meer zu erjagen.

 

Für uns war es jedenfalls eine tolle und spannende Erfahrung. Auch der Preis von 170 Euro war ok (außerdem waren auch noch die Getränke während der Bootstour im Preis enthalten). In diesem Sinne: Hartstikke bedankt, TUI NL!

Mit einem "Classico" nach Trinidad und Cienfuegos

Über unseren emsigen Butler Pablo haben wir uns einen Oldtimer ("Classico") nebst Fahrer und deutschsprachigem Tourguide gemietet, um an die rund zweihundertfünfzig Kilometer entfernte Südküste zu fahren. Eine Tagestour im Pkw ist deutlich entspannter und authentischer als diese mit einem vollbesetzten Reisebus zu machen.

 

Man kann halten, wo man gerade will, essen und trinken, wo man selber will und - ganz wichtig - man wird nicht in die obligatorischen Touri-Neppstationen gekarrt, wo einem natürlich die allerbesten und sensationell preiswertesten Rum- und Zigarrensorten aufgedrängt werden.

 

Morgens um sechs Uhr ging's los. Eloy, unser gutgelaunter Fahrer, erwartete uns vor dem Hotel mit seinem weißen 54er Ford Mercury. Zuerst fuhren wir zur Tankstelle, um den US-Bomber voll zu machen. Der Tank faßte hundert Liter und das bei einem Benzinpreis von knapp zwei Euro/Liter. Danach pickten wir unseren heutigen Tourguide Jaime Zuhause auf. Keine zehn Minuten später hatten wir die Touristengebiete hinter uns gelassen.

 

Autos sahen wir auf den Straßen immer weniger. Das Hauptverkehrsmittel im Innern der Insel sind auch heute noch Pferdekarren. Diese verkehren wie selbstverständlich auch noch auf der sog. Autobahn.

Zunächst führte uns die Fahrt stundenlang durch Plantagengebiete - Zuckerrohr, Mango und Papaya konnten wir bestaunen. Hier ist alles bio, meinte Jaime, unser Tourguide. Aber nicht, weil sie es so wollen, sondern weil sie sich keine Pestizide leisten können. Statt chemischem Gift nutzt man hier die Natur, um die Plantagen insektenfrei zu halten: Jede Plantage wird mit einem Zaun von Guavepflanzen umgeben. Die Guave ist für Insekten unwiderstehlich und statt zu den Mangos, Papayas und sonstigen Pflanzen zieht es sie scharenweise in die natürlichen Barrieren.

 

Unterwegs hielten wir auch mal an, um die Früchte zu probieren. Wow, kein Vergleich zu dem, was wir hier in Deutschland zu kaufen kriegen. Liebe Cubaner, seid froh, dass Ihr Euch die Giftcocktails von Bayer & Co. nicht leisten könnt'.

Unser Begleiterduo, Eloy & Jaime, haben den ganzen Tag einen tollen Job gemacht. Sie waren immer gut gelaunt und haben uns viel gezeigt und erzählt. Bei einem weiteren Zigarettenstop erklärte Jaime mir u.a., wie schädlich das Rauchen sei und dass ich es besser sein lassen sollte - nur um sich eine Sekunde später selber einen Cigarillo anzuzünden und den wie eine Zigarette auf Lunge zu rauchen. 

Am späten Vormittag erreichten wir dann Trinidad an der Südküste Cubas.

 

Dank Tabak und Zucker gehörte Trinidad lange Zeit zu einer der reichsten Städte auf Cuba. Die Stadt besteht ausschließlich aus grob gepflasterten Straßen mit vielen bunten Kolonialhäusern. Sie ist seit 1988 Weltkulturerbe der UNESCO.

 

Sehenswert ist vor allem der wunderschöne Plaza Mayor sowie die Iglesia de la Santisima mit ihrer barocken Fassade. Das alles gönnte sich Helene zu Fuß, während ich es mir in der Bar La Canchanchara bei dem einen oder anderen Becher Canchanchara (Cocktail aus Rum, Honig und Limette) im Schatten gemütlich gemacht habe.

Von Trinidad aus cruisten wir dann entlang der Südküste nach Cienfuegos.

Die Mittagspause machten wir in einem kleinen Paladar mitten im Nix. Paladares werden die Restaurants genannt, die von Privatleuten betrieben werden. In den Paladares werden die typischen Gerichte der kubanischen Küche angeboten, wie sie von den Kubanern selbst gegessen werden.

 

Wir hatten die Gelegenheit, gegrillte Kotelettes und Hähnchenbrust auf Reis mit Bohnen zu probieren. Lecker war's, preiswert nicht. Für zwei überschaubare Portionen incl. jeweils einem Getränk durften wir sage und schreibe knapp vierzig Euro abdrücken. Jaime erklärte mir hinterher, warum das Essen vergleichsweise teuer ist: 

 

Cubaner, die eine Lizenz für ein Privatrestaurant haben möchten, verpflichten sich, dem Staat 80% der Einnahmen zu überlassen. Da wird schnell verständlich, warum die Preise hoch sind. Es ist bedauerlich, dass der Staat den einfachen Cubanern derart tief in die Tasche greift, denn so haben sie kaum eine Chance, sich mit einem kleinen Geschäft zu behaupten. 80% von 40 Euro sind bekanntlich 32 Euro - d.h. dem Restaurantbesitzer bleiben sage und schreibe ganze acht Euro für den Materialeinkauf, Raum- und Personalkosten sowie "Gewinn"...

Am frühen Nachmittag erreichten wir dann die Bucht von Cienfuegos. Sie wurde - vor mir - zum ersten Mal 1494 von Christoph Kolumbus beschrieben...;-)

 

Cienfuegos gilt laut unserem Tourguide Jaime als Stadt mit den schönsten Frauen Cubas. Wegen der vielen herrschaftlichen Bauten aus dem 17. Jahrhundert wird Cienfuegos allerdings auch „Perle des Südens“ genannt. Früher war Cienfuegos ein verrufenes Seeräubernest, heute ist sie eine Hafenstadt, in der fast nur noch Kreuzfahrtschiffe ankern.

 

Die beeindruckende Flaniermeile, der Prado, ist die Hauptader der Stadt. Auf dem sich anschließenden Parque Martí befinden sich die Catedral de la Purísima Conception, das Tomás-Terry-Theater, das Museo Provincial und das Palacio de Gobierno - allesamt koloniale Prachtbauten, die es sich anzuschauen lohnt. Logisch, dass es mir auch hier zu heiß war und ich ein Schattenplätzchen gesucht habe, während Helene die Prunkbauten abgeklappert hat.

Während der Rückfahrt hatten wir dann nochmals ausführlich Gelegenheit, Land und Leute zu beobachten. Für unsere gewohnten Verhältnisse ist es schon sehr beeindruckend zu sehen, unter welch harten Umständen die Landbevölkerung leben muss. Ein Cubaner auf dem Land, der nicht mit dem Tourismus in Berührung kommt, verdient durchschnittlich 30-50 Euro im Monat - ein Satz, den ich hier jedem Hartz IVer, der sich weigert zu arbeiten, noch gönnen würde (ebenso die Lebensumstände).

Die Tour mit Eloy und Jaime hat sehr viel Spaß gemacht. Wir haben viel gesehen, viel gelernt und wurden prächtig unterhalten. Der Preis für diese Tour (350 Euro) war absolut angemessen - insbesondere, wenn man bedenkt, dass alleine rund zweihundert davon ja gleich zu Anfang im Tank des US-Bombers versenkt wurden.

 

Wer die beiden ebenfalls mal buchen möchte, findet eine Kontaktmöglichkeit am Ende des Berichtes.

Jeep-Safari nach Matanzas & Umgebung

Hätten wir mal besser auf unseren Hotelbutler gehört. Tut Euch den Sch... nicht an, meinte er, als wir ihm von der beabsichtigten Jeeptour nach Matanzas erzählten.

 

Er sollte recht behalten, das war rausgeschmissenes Geld. Den Ausflug hatten wir bei unserer Reiseleiterin gebucht, nachdem sie uns zuvor versicherte, diesen selbst schonmal mitgemacht zu haben und ihn empfehlen zu können.

 

Im Nachhinein bleibt der fade Beigeschmack, dass der Reiseleiterin nicht das Wohl der Kunden wichtig war, sondern einzig und allein deren Provisionskonto.

 

Dieser Ausflug hat es nicht verdient, ausführlich erzählt zu werden - deshalb nur soviel:

 

Mit sechs "Möchtegern-Jeeps" - jeweils vollgepackt mit vier Erwachsenen - gurkten wir im Konvoi rund um Matanzas (Hauptstadt der gleichnamigen Provinz, zu der auch Varadero gehört). Zuerst hielten wir an einem Flußufer, an dem als Ureinwohner verkleidete Cubaner einen Tanz mit Gesang aufführten.

 

O-Ton Pablo nach unserer Rückkehr dazu: "Die vollständig ausgerotteten Ureinwohner haben außer ihren wenigen Wandmalereien keinerlei Aufzeichnungen hinterlassen. Sie hatten keine Schriftsprache. Niemand weiß, wie sie aussahen, wie sie lebten, was sie sprachen und schon gar nicht, wie sie tanzten..."

 

Gegen ein Trinkgeld durften die Touris dann noch gemeinsam mit den "Ureinwohnern" tanzen und sich dann ablichten lassen. Und die Ochsen standen tatsächlich Schlange dafür. Die Cubaner werden sich hinterher, nachdem die Kolonne wieder weg war, tierisch kaputt gelacht haben.

 

Nach einer anschließenden kurzen Bootsfahrt von zwei Kilometer flußaufwärts und retour fuhren wir mit den Autos weiter zu einem Schnorchelrevier. Nach dreißig Minuten Schnorchelpause starteten wir dann im Schweinsgalopp zu einer Grotte mit unterirdischem See. Fürs Hinabsteigen und eine Runde schwimmen mußten zwanzig Minuten reichen und schon ging es weiter zu einer "original" cubanischen Ranch zum Mittagessen. Dreißig Minuten Pause. Danach fuhren wir über Umwege zurück zum Ausgangspunkt. Eine einzige Touriverarsche von A-Z - abhaken und vergessen...

Shoppingtouren nach Varadero

Wie bereits oben erwähnt, liegt das Hotel Royalton ca. zehn Kilometer ausserhalb von Varadero. Wer die Strecke nicht laufen möchte, hat diverse Möglichkeiten:

 

Man kann mit einem großen Hopp-on/Hopp-off Bus hin- und zurückfahren. Das Tagesticket bekommt man beim Busfahrer und es kostet umgerechnet ca. 15 Euro pro Person. Dafür kann man dann so oft Ein- und Aussteigen und Hin- und Herfahren wie man will. Die Busse fahren von Varadero bis zur Marina und halten alle paar hundert Meter oder sogar auf Handzeichen. Das Hotel Royalton hat seine eigene Haltestelle.

 

Alternativ und individueller geht's mit einem Taxi oder einem Classico (Oldtimer). 

 

Wenn man aus den Hotels kommt, sollte man aufpassen: Irgendein aufmerksamer Hotelmitarbeiter steht schon da und fragt freundlich, ob man ein Taxi braucht. Nickt man darauf ab, winkt er vom gegenüberliegenden Taxistand ein Taxi herbei und öffnet einem gut gelaunt und sehr galant die Türen. Der Fahrer berechnet sodann 20 Euro für die Fahrt nach Varadero.

 

Verzichtet man allerdings auf das Heranwinken und geht stattdessen die paar Meter zum Taxistand und öffnet sich die Türen selber, kostet dieselbe Fahrt stets nur 15 Euro. Fünf Euro muss der Fahrer nämlich später dem Hotelmitarbeiter für dessen Vermittlung abdrücken. Die Info mit den zusätzlichen fünf Euro bekamen wir von diversen Taxifahrern, die dieses Procedere eigentlich hassen. Die Fahrtpreise sind übrigens Festpreise; ein Taxameter gibt es nicht. 

 

Die Fahrt mit einem Classico kostet immer 20 Euro je Richtung - egal, ob vom Hotelmitarbeiter herbeigewunken oder selbst angehalten. Dafür kann man die Fahrt allerdings auch jederzeit unterbrechen, um z.B. irgendwo einen Kaffee zu trinken oder um zu shoppen - der Fahrer wartet geduldig. 

 

Die "Cocotaxis" kosten immer 5 Euro, egal, wie weit man in Varadero fahren möchte.

 

Wir haben uns jedesmal stilecht einen Classico kommen lassen und innerhalb Varaderos sind wir mit einem "Cocotaxi" (motorisierte Rikscha) gefahren.

Varadero bietet nicht viel wirklich Sehenswertes. Es handelt sich ja um ein künstliches Touristenstädtchen ohne echte Historie. 

 

Man findet dort an der Avenida 1 (Hauptstraße) ein paar originelle Bars mit abendlicher Livemusik, die aber besser bzw. authentischer ist als die abendliche Dudelei der hoteleigenen Animationscrews, ein paar Restaurants, in denen es Fleisch oder Hähnchen mit Bohnen und Reis gibt, natürlich einige Zigarren- und Rumläden sowie am Stadtrand eine Diskothek, die mehr oder weniger als "inoffizieller Rotlicht-Treffpunkt" fungieren soll.

 

In einem Straßencafé haben wir für einen Cappuccino, eine Cola und eine Schachtel cubanischer Zigaretten ganze drei Euro bezahlt - dafür bekäme man hier bei uns gerade mal die Cola.

 

Wer Souvenirs aus Cuba sucht und diese nicht im teureren Hotelshop kaufen möchte, wird auf einem der zahlreichen Souvenirmärkte ganz sicher fündig. Schön ist hier, dass man nirgends zum Kaufen gedrängt wird. Die Cubaner lassen jeden in Ruhe schauen und sind auch nicht sauer, wenn man weitergeht, ohne etwas zu kaufen. Da sind sie deutlich pfiffiger als die Nafris, die einem in widerlicher Art und Weise an den Klamotten zerren und teilweise beleidigend werden, wenn man gehen will.

Classicotour nach Havanna

In Cuba zu sein und Havanna nicht besucht zu haben, wäre ein großer Fehler. Für den Ausflug nach Havanna haben wir uns von Pablo wieder einen Oldtimer nebst Fahrer und deutschsprachigem Guide organisieren lassen. 

 

Die rund 150 km lange Strecke von Varadero nach Havanna führt größtenteils entlang der Küste und vergeht wie im Fluge. Etwa auf der Hälfte der Strecke haben wir hinter der Bacunayagua-Brücke (höchste und längste Brücke Cubas) über dem Tal der tausend Palmen eine kurze Rast eingelegt. Praktischerweise gab's dort einen sehr leckeren Pina Colada, serviert in einer offenen Ananas.

 

Je näher man zum Stadtkern von Havanna kommt, desto mehr nimmt die Dichte an Oldtimern zu. Mit unserem Tourguide Maria sind wir allerdings zu Fuß durch die Altstadt gelaufen (ok, war anders auch nicht möglich, ist ja eine Fußgängerzone).

 

Interessant ist, dass einige Straßenzüge der Altstadt holzgepflastert sind. Das hatte seinen Grund in den Rädern der früheren Pferdekutschen - da es noch keine Gummibereifung gab, hätten die Eisenbereifungen auf normalen Pflastersteinen in den engen Gassen einen höllischen Lärm verursacht. Durch Verwendung eines Holzpflasters konnte dieser Verkehrslärm gedämmt werden. Das war schon sehr fortschrittlich, fanden wir.

 

Während sich Helene sehr für die Prachtbauten und deren Innenhöfe interessierte, konnte ich es kaum erwarten, endlich in eine der Lieblingsbars von Hemingway einzukehren: In die berühmte La Bodeguita del Medio. Verständlich, dass der Laden zu jeder beliebigen Zeit aus allen Nähten platzt.

 

Unserer Reiseführerin gelang es aber auf wunderliche Weise, uns adhoc zwei Plätze an der Theke freizumachen. Dort gab es dann den berühmt-berüchtigten Mojito. Und noch einen und noch einen. Zum Abschluß durften wir uns dann noch per Unterschrift an eine der Wandsäulen verewigen - jetzt kann jeder sehen, dass wir da waren.

Der zweite Teil unseres Besuches in Havanna absolvierten wir dann mit unserem Oldtimer. Unser Fahrer Miguel brachte uns zur Festungsanlage Castillo de los Tres Reyes del Morro, zum José-Martí-Denkmal an der Plaza de la Revolución sowie zur berühmten Promenade El Malecón.

Eines wurde uns schnell klar: Falls wir nochmal nach Cuba reisen, werden wir zwei oder drei Tage Havanna einplanen. In der Stadt gibt es so vieles zu entdecken, dass ein Tagesausflug nicht reichen kann. Miguel und Maria haben sich redlich bemüht, uns die wesentlichen Highlights zu zeigen, aber dennoch ist vieles auf der Strecke geblieben. Spät abends erreichten wir müde, aber voller unvergeßlicher Eindrücke wieder unser Hotel.

 

Aber auch bei diesem Ausflug bestätigte sich, dass es besser ist, auf seinen Butler zu vertrauen und den Tag von ihm individuell organisieren zu lassen, als die 08/15 Bustouren zu buchen. Last but not least war diese Tour mit einem Preis von 200 Euro sogar nahezu genauso preiswert wie es die Massenabfertigung im Reisebus gewesen wäre.

Unser Fazit

Cuba ist ein tolles vielfältiges Reiseland. Man sollte sich aber schon die Mühe machen, auch mal das Hotel zu verlassen, denn sonst braucht man nicht so weit zu fliegen.

 

Die Cubaner sind allesamt sehr, sehr freundlich und immer hilfsbereit - wir haben nicht einmal etwas anderes erlebt. In Cuba kann man sich überall frei bewegen und man wird nirgendwo belästigt oder blöde angemacht.

 

Wir haben uns in dem Land bisher nirgends unsicher gefühlt. Das gilt für die Touristenregionen genauso wie fürs Landesinnere.

 

Wir waren einmal im Januar 2017 und im Mai 2019 dort. Der Januar bietet mit Temperaturen um die 25-28 Grad angenehmere Temperaturen, wenn man etwas unternehmen will. Der Mai ist auf Cuba sozusagen der erste Sommermonat - und wir hatten täglich schon über 35 Grad im Schatten. Der Mai gilt angeblich auch als der regenreichste Monat auf Cuba. Davon haben wir nicht viel mitbekommen - es hat zwar tägliche Gewitter gegeben, allerdings jedesmal nur spätabends und nachts.

Infos zur Reise:

Reisezeitraum:

Flugzeit FRA - HAV: 

Flugzeit HAV - FRA: 

Privat-Transfer Havanna - Varadero:  

 

Zeitunterschied: 

 

1. - 14. Mai 2019

ca. 11 Stunden

ca. 10 Stunden

ca. 2,5 Stunden (Bustransfer wäre natürlich wesentlich länger, da ja alle Hotels angefahren werden)

minus 6 Stunden

(Unbezahlte) Werbe-Links zur Reise:

Hotel Royalton Hicacos Varadero

 

Tourguide Jaime für Tagestouren nach Havanna, Trinidad, Cienfuegos und sonstwo hin...

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